Grazer Stammzellenbank für Nabelschnurblut entpuppte sich als Minus-Geschäft - Firma will aber weitermachen

© FRANZ PFLUEGL 1187370/Franz Pfluegl

Insolvenz
09/30/2014

Stammzellen-Bank Vivocell Biosolutions pleite

Grazer Stammzellenbank hat 9,1 Millionen Euro Schulden, 12 Jobs werden gestrichen.

von Kid Möchel

Über die „Vivocell Biosolutions GmbH & Co KG“ mit Sitz in Graz-Andritz, besser bekannt als "Vivocell Stammzellvorsorge", wurde ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Das bestätigen die Gläubigerschutzverbände AKV und KSV1870 dem KURIER. Das Unternehmen, das einen sehr knapp gehaltenen Insolvenzantrag eingebracht hat, betreibt "sowohl eine private als auch eine öffentliche Stammzellbank für Nabelschnurblut“. 22 Mitarbeiter und 170 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen. Letzeren soll eine Quote in Höhe von 30 Prozent geboten werden.

Schulden und Vermögen

Die Schulden betragen 9,1 Millionen Euro, davon entfallen 7,8 Millionen Euro auf nachrangige Darlehen der Eigentümer. „Hinsichtlich der Eigentümer bzw. den nahestehenden Unternehmungen werden Forderungsverzichte erwartet, sodass Diskussionen, ob diese Forderungen nicht ohnehin Eigenkapital ersetzend sind, nur untergeordnete Bedeutung haben dürften“, meinen die Insolvenzexperten des AKV. Die Aktiva werden mit 2,4 Millionen Euro beziffert, dass freie Vermögen beträgt nur etwa 600.000 Euro.

Die Insolvenzursachen

„Seit 2009 wurde versucht, den öffentlichen Bereich durch Finanzierung über Darlehen der Eigentümer und den Eigentümer nahen Personen und Firmen zu etablieren“, weiß man beim KSV1870. „Dieses Geschäftsmodell erwies sich im Nachhinein als unrentabel.“ Im Zuge der Sanierungsbemühungen wurden von zwei Interessenten Kauf-Angebote abgegeben, welche jedoch "von der Eigentümerseite nicht mehrheitlich angenommen wurden". Daher musste die Reißleine gezogen und ein Insolvenzverfahren beantragt werden.

Die Zukunft

„Die öffentliche Stammzellenbank soll verwertet, das Anlagevermögen veräußert und das Unternehmen auf den Bereich „private Stammzellenlagerung verkleinert werden“, heißt es im Antrag. Der Sanierungsplan soll durch die Einnahmen aus dem Verkauf von Forderungen und des Anlagevermögens erfüllt werden. Zugleich sollen Material und Personalkosten eingespart werden. Der Mitarbeiterstand soll von 22 auf 10 Personen reduziert werden.

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