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Krisen-Hilfe
06/27/2016

Staatliche Bankenholding löst sich mit Ende Juni auf

Fimbag hatte als Tochter der ÖIAG die Aufgabe, die öffentlichen Hilfsgelder für die in der Krise in Kapitalnot gekommenen heimischen Banken zu verwalten.

Erledigt. Die nach der Finanzkrise 2008 gegründete staatliche Bankenholding Fimbag wird mit Ende Juni ihre Tätigkeit beenden. Die Fimbag hatte als Tochter der Staatsholding ÖIAG die Aufgabe, die öffentlichen Hilfsgelder für die in der Krise in Kapitalnot gekommenen heimischen Banken zu verwalten.

Zum Höhepunkt hatte die Fimbag unter der Leitung von Klaus Liebscher 5,4 Milliarden Euro an so genannten Partizipations- und Aktienkapital in den Banken stecken. Das Geld diente den Banken – Bawag/PSK, Erste Group, Raiffeisen Bank International, Hypo Alpe Adria und Österreichische Volksbanken AG – zur Stärkung des Eigenkapitals. Sie mussten dem Staat dafür hohe Zinsen von mehr als acht Prozent zahlen. Erste Group, Bawag/PSK und Raiffeisen haben inzwischen das gesamte Partizipationskapital – in Summe 3,5 Milliarden Euro – an den Staat zurück gezahlt. Die restlichen 1,9 Milliarden Euro sind für den Staat verloren. Die Hypo Alpe Adria und die Volksbanken verbrauchten das Kapital und zahlten auch keine Zinsen.

Bad Banks

In der Fimbag sind auch die Bad Banks, also die nicht mehr wirtschaftlich betreibbaren Bankteile von Hypo Alpe Adria, die Immigon der Volksbanken AG und die KA Finanz angesiedelt. Die Hypo Band Bank wird an die Bankenabwicklungsgesellschaft des Bundes (ABBAG) übertragen, die Anteile an den beiden anderen Bad Banks direkt ans Finanzministerium.

Zuständig war die Fimbag auch für den Verkauf der Hypo-Tochterbanken in Südosteuropa an den Investmentfonds Advent und für die Privatisierung eines Teilbetriebs der Kommunalkredit.

Beschlossen wurde das Aus für die Fimbag von der Regierung schon im November 2015. "Sparsamkeit" nannte Finanzminister Schelling als Grund dafür.

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