Wirtschaft
04.04.2018

Sporthilfe hofft auf Absetzbarkeit von Spenden

Weil die Organisation auch Nicht-Behinderte unterstützt, ist sie bisher nicht auf der Liste der begünstigten Einrichtungen.

Spenden an rund 6500 karitative und gemeinnützige Organisationen sind in Österreich steuerlich absetzbar. Die Sporthilfe fällt nicht darunter. Bis dato können das nur Sportorganisationen, die ausschließlich im Behindertensport tätig sind. Die Sporthilfe fördert aber alle Sportler. Geschäftsführer Harald Bauer (Bild) will eine Änderung der entsprechenden Voraussetzung noch heuer erwirken.  "Wir unterstützen im Moment 268 Athletinnen und Athleten - auch jene mit Behinderung - als gemeinnützige und unabhängige Organisation, die keine staatlichen Förderungen erhält.“

Von den 1,5 Millionen Euro, mit denen die Sporthilfe jährlich Sportler unterstützt, fließen rund 200.000 Euro an Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Ziel sei es, die 200.000 Euro künftig durch Spenden hereinzubringen. Derzeit arbeitet laut Bauer der Wirtschaftsprüfer bereits an dem notwendigen Spendegütesiegel. „Das ist im Zuge des Jahresabschluss keine große Hexerei.“

Um auf die Absetzbarkeit-Liste zu kommen, braucht er die Zustimmung von Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP). „Da sollten wir auf Verständnis stoßen“, sagt Bauer im KURIER-Gespräch. Schließlich war dieser neben seinem Job im UNIQA-Vorstand auch Präsident des Dachverbands Sportunion.

Politik entscheidet

Mit Sportminister Heinz-Christian Strache ( FPÖ), der in seiner Funktion auch Präsident der Sporthilfe ist, hat er bereits gesprochen. Dieser habe das Anliegen verstanden und Unterstützung versprochen.

Geht der Plan auf, so soll zunächst vor allem die Wirtschaft angesprochen werden. Schon jetzt sei ein Brief an börsenotierte Unternehmen in Vorbereitung, ebenso Charity Dinner. Für Private sollen Spendenaktionen verstärkt werden. In Kürze etwa werden im Outletcenter Parndorf für einige Wochen an den Kassen Spendenboxen für Kleingeld aufgestellt. Das sollte aus bisherigen Erfahrungen des Centers rund 25.000 Euro einbringen. Alleine das wäre weit mehr als der bisherige Betrag, der an Spenden hereinkam. Diesen beziffert Bauer mit ein paar hundert Euro im Jahr.