Spar baute 2025 Umsatz und Marktmacht aus

Die Marktmacht der Supermarktkette lag 2025 bei knapp 37 Prozent. Spar-Chef Reisch kritisiert Senkung der Mehrwertsteuer.
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Zusammenfassung

  • Spar steigerte 2025 den Umsatz in Österreich um 4,2 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro und baute den Marktanteil auf 36,8 Prozent aus.
  • Spar-Chef Reisch kritisiert die Mehrwertsteuer-Senkung und Maßnahmen der Regierung zu Lebensmittelpreisen als kostspielig für den Handel.
  • Die Spar-Gruppe plant 2026 weitere Expansion und Investitionen, während die Ungarn-Tochter wegen Sondersteuern und Margenbeschränkungen hohe Verluste verzeichnet.

2025 war ein starkes Jahr für die Supermarktkette Spar. Mit einem Plus von 4,2 Prozent stieg der Österreich-Umsatz auf 10,8 Milliarden Euro. Besonders stark legten die Umsätze der Eigenmarken zu (z. B. „S-Budget“ mit plus acht Prozent). Auch der Ausbau der Spar-Express-Tankstellenshops laufe gut.

Bereits 2020 überholte Spar seinen Mitbewerber Rewe (Billa, Penny, Adeg) als Marktführer. Seither baute die Supermarktkette ihren Vorsprung aus. 2025 lag ihr Marktanteil bei 36,8 Prozent, Rewe lag mit 32,3 Prozent dahinter, berichtete Key Account im Februar mit Verweis auf NielsenIQ-Daten. Auf die Diskonter Hofer und Lidl entfiel 2025 ein Anteil von 25,5 Prozent.

Um weitere 0,2 Prozentpunkte will Spar durch die Übernahme von 25 Unimakt-Filialen wachsen. 20 Standorte werden seit dem grünen Licht der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) Ende Jänner von Spar-Kaufleuten betrieben, fünf Filialen betreibt die Spar AG selbst. Auch Konkurrent Rewe übernahm 20 Unimarkt-Filialen.

Spar-Chef findet Debatte rund um gestiegene Lebensmittelpreise einseitig

Kritisch äußert sich Spar-Chef Hans K. Reisch zur Debatte rund um gestiegene Lebensmittelpreise. Diese werde einseitig geführt. „Uns ärgern die multinationalen Konzerne, die uns beliefern und eine zweistellige Gewinnmarge haben“, sagt Reisch. Man selbst habe eine EBT-Marge von unter zwei Prozent. Zudem habe Spar keine Marktmacht gegenüber internationalen Konzernen wie Procter & Gamble, Johnson & Johnson und Nestlé.

Auch die Initiativen der Regierung im Bereich Lebensmittelpreise – etwa „Shrinkflation“-Warnhinweise – sieht der Spar-Chef kritisch, weil sie Händlern höhere Kosten verursachen würden. Auch die technische Umsetzung der Mehrwertsteuer-Senkung für Produkte des täglichen Bedarfs auf 4,9 Prozent sei für Händler „irrsinnig“ aufwendig.

INTERVIEW: SPAR-CHEF REISCH

Spar-Chef Hans K. Reisch freut sich über ein erfolgreiches Jahr 2025.

Neben dem Umsatz der Supermarktkette wuchs auch jener der Spar-Österreich-Gruppe inklusive Supermarkt-Auslandstöchter, Hervis und SES Einkaufszentren um vier Prozent auf 22,3 Milliarden Euro. Der Familienkonzern verfügt in Österreich und fünf Nachbarländern über knapp 3.100 Spar-, Eurospar- und Interspar-Märkte und 32 Shopping-Center. Von seiner Sporthandelstochter Hervis hatte sich die Kette zu Jahresbeginn nach mehr als 50 Jahren getrennt.

Spars Ungarn-Tochter sei „hochnegativ“

„Hochnegativ“ sei dem Spar-Chef zufolge die Ungarn-Tochter, weil man dort im Vorjahr wegen der Sondersteuer für ausländische Supermarktketten 85 Millionen Euro zahlen musste. Gleichzeitig habe die Lebensmittel-Margenbeschränkung rund 37 Millionen Euro gekostet. Spar bekämpft die Maßnahmen in Brüssel. In der Causa laufen EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn.

2026 will Spar das Supermarkt-Geschäft unter anderem in Ostösterreich, Norditalien (Emilia-Romagna) und Kroatien ausbauen. Im laufenden Geschäftsjahr sollen rund 800 Millionen Euro investiert werden. Neben der weiteren Expansion steht die Erneuerung von bestehenden Filialen auf der Agenda.

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