Grünes Licht: Spar darf Unimarkt-Filialen übernehmen
Zusammenfassung
- Die BWB genehmigt die Übernahme von 23 Unimarkt-Filialen durch Spar, bei 17 davon mit Auflagen.
- Spar verpflichtet sich, 17 Standorte langfristig von selbstständigen Kaufleuten betreiben zu lassen und an 7 Standorten keine weiteren Zukäufe im Umkreis zu tätigen.
- Die Auflagen sollen den Wettbewerb stärken und die Nahversorgung sowie regionale Lieferanten sichern.
Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat die Übernahme von 23 ehemaligen Unimarkt-Filialen durch Spar genehmigt.
Bei 17 wurden Auflagen erteilt, bei sechs nicht, informierte die BWB am Donnerstag. Spar verpflichtet sich demnach u.a., dass 17 konkret genannte Standorte langfristig - zehn bzw. 20 Jahre - von selbstständigen Spar-Kaufleuten betrieben werden.
Eine Entscheidung über die Übernahme von weiteren Filialen durch Rewe wird demnächst erwartet.
Die 17 gemäß den Auflagen als Kaufleute-Filialen zu führenden Standorte können weitgehend eigenständig über Preise und Sortimentsauswahl entscheiden, was den Wettbewerb stärke, so die BWB. An sieben der 17 Auflagenstandorte verpflichtet sich Spar zudem, in den kommenden 20 Jahren keine weiteren Lebensmitteleinzelhandelsstandorte zu erwerben, die innerhalb eines Radius von fünf Autofahrminuten liegen, sofern diese unter den gesetzlichen Anmeldeschwellen liegen. Das betrifft die Standorte Adnet, Gallneukirchen, Graz/Waltendorf, Hellmonsödt, Kuchl, Sebersdorf und Steyr/Christkindl.
Umstellung der Märkte bis Ende März
Elf der künftig unter dem Dach von Spar firmierenden ehemaligen Unimärkte befinden sich in der Steiermark, fünf in Oberösterreich, vier in Niederösterreich, zwei in Salzburg sowie einer im Burgenland. Die Umstellung der Märkte soll bis Ende März über die Bühne gebracht werden. Insgesamt 18 Filialen werden von selbstständigen Kaufleuten geführt werden, kündigte Spar an.
Das Closing der Transaktion soll in den kommenden Tagen erfolgen, sodass die Übernahme mit Mitte Februar abgeschlossen ist. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. "Die nun vorliegende positive Entscheidung ist das Ergebnis eines intensiven Prüfverfahrens und konstruktiver sowie verantwortungsvoller Gespräche", lobte Spar-Vorstand Marcus Wild die BWB. Mit der Übernahme "sichern wir die Nahversorgung in vielen Gemeinden Österreichs", ist Spar-Vorstandsvorsitzender Hans K. Reisch überzeugt.
Lange Dauer der Auflagen soll Wettbewerb sichern
"Die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel ist sehr hoch, gleichzeitig geht es hier um die Nahversorgung in den betroffenen Gemeinden und das Fortbestehen der regionalen Lieferanten", betonte BWB-Generaldirektorin Natalie Harsdorf in einer Aussendung. Die lange Dauer der Auflagen wirke sich positiv auf den Wettbewerb aus, "da sie unter anderem die Situation von unabhängigen Kaufleuten sichert".
Die BWB hat sich die Auswirkungen auf Konsumentinnen und Konsumenten einerseits sowie auf regionale Lieferantinnen und Lieferanten andererseits angesehen und die Einzugsgebiete analysiert. Dabei ging es u.a. um die Erreichbarkeit von Alternativen und das Verhalten der Kunden inkl. Pendler. Für jeden der 23 Standorte wurde eine eigene Beurteilung abgegeben. Der Bundeskartellanwalt sei in die Verhandlung der Auflagen eingebunden gewesen und habe die Anmeldung ebenfalls freigegeben, so die BWB.
Martin Zagler, Präsident des Österreichischen Franchise-Verbandes unterstreicht, dass das grüne Licht der BWB "es den ehemaligen Franchise-Nehmer:innen der Unimarkt Gruppe erlaubt, weiterhin ein wichtiger Bestandteil regionaler Infrastruktur zu bleiben. Dadurch können Kundinnen und Kunden weiterhin bei eigenständigen Unternehmern, aber unter neuer Marke, bei etablierten und integrierten Mitgliedern ihrer Gemeinschaft einkaufen."
Prüfung weiterer Übernahmen durch Rewe
Der Lebensmittelhändler Unimarkt mit Sitz in Traun hatte im September 2025 angekündigt, sich vom Markt zurückzuziehen. Einige Filialen wurden bereits geschlossen. Die Rewe-Gruppe möchte 21 der gut 90 Unimarkt-Filialen übernehmen, 13 davon in Oberösterreich, sechs in der Steiermark und zwei in Niederösterreich. Die Entscheidung der BWB dazu dürfte am Freitag bekanntgegeben werden.
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