Starship soll nächstes Jahr mindestens einmal am Tag starten
Die ersten Quartalsergebnisse von SpaceX nach dem Rekord-Börsengang im Juni liefern ein gemischtes Bild. Dank der boomenden Satelliten-Tochter Starlink verdoppelte der Raumfahrtkonzern des Milliardärs Elon Musk zwar seinen Umsatz nahezu. Gleichzeitig brachen die durchschnittlichen Einnahmen je Nutzer ein.
Starlink verdoppelte den Angaben zufolge die Zahl der Nutzer seiner Telekommunikationsverbindungen per Satellit auf zwölf Millionen. Die SpaceX-Tochter hatte zuletzt in den Medien verstärkt dafür geworben. Dadurch stieg der Umsatz dieses Geschäftsbereichs um 66 Prozent auf 4,29 Milliarden Dollar und der operative Gewinn um 79 Prozent auf 1,66 Milliarden Dollar. Durch den Eintritt in neue Märkte und die Einführung von Einsteiger-Tarifen brachen die durchschnittlichen Einnahmen pro Anwender jedoch um 22 Prozent ein.
Eine zentrale Säule von Musks Zukunftsvision ist die Riesen-Rakete Starship, die aktuell noch Testflüge absolviert. Damit peile SpaceX die Marke von einer Million Tonnen jährlich und „potenziell zehn Millionen Tonnen“ an, sagte Musk. „Wahrscheinlich“ in einem Jahr werde man Starship „mindestens einmal pro Tag“ starten sehen - und möglicherweise öfter.
Hohe Investitionen in KI
Die KI-Sparte konnte ihre Erlöse auf 2,56 Milliarden Dollar nahezu vervierfachen. Zugleich verzwanzigfachten sich jedoch die Investitionen in neue Rechenzentren und die Software-Entwicklung auf 15,83 Milliarden Dollar. Dadurch machte dieser Bereich einen operativen Verlust von 1,26 Milliarden Dollar. „Wir bauen Rechenkapazitäten schneller als alle anderen aus“, sagte SpaceX-Chef Musk in einer Telefonkonferenz. „Zudem verbessern wir unsere KI-Modelle deutlich.“
Die Konzernerlöse stiegen um 92 Prozent auf 7,71 Milliarden Dollar. Gleichzeitig schrumpfte der Betriebsverlust um 85 Prozent auf 146 Millionen Dollar. Der Nettoverlust lag bei 541 Millionen Dollar ab, nach einem Minus von rund einer Milliarde Dollar ein Jahr zuvor. „Das Wachstum hat sich über alle Geschäftsbereiche hinweg beschleunigt“, sagte SpaceX-Finanzchef Bret Johnson. Zudem hätten sich die Gewinnmargen verbessert. Der Auftragsbestand habe ein Volumen von 47,5 Milliarden Dollar erreicht. Musk stellt die Marke von einer Billion Dollar Jahresumsatz in Aussicht. Er rechnet damit nun für 2030, ein Jahr früher als zuvor.
Insgesamt positive Zahlen
Brian Mulberry, Chef-Marktanalyst des Vermögensverwalters Zacks, wertete die vorgelegten Zahlen insgesamt positiv. Er hob das rasante Wachstum der KI-Sparte hervor. SpaceX müsse sich für die Finanzierung der Rechenzentren nicht allein auf die Einnahmen von Starlink verlassen.
SpaceX-Aktien gaben am Dienstag einen Teil ihres Kursgewinns von rund sieben Prozent aus dem regulären Handel an der Wall Street wieder ab und verloren nachbörslich knapp fünf Prozent. „Die hochgesteckten Erwartungen der Wall Street zu erfüllen, ist für jedes Unternehmen schwierig - geschweige denn für einen populären Börsenneuling“, sagte Adam Sarhan, Chef des Vermögensverwalters 50 Park.
Die Aktie war unmittelbar nach ihrem Börsendebüt im Juni auf bis zu 225,64 Dollar gestiegen und lag damit 67 Prozent über ihrem Ausgabepreis von 135 Dollar. In der Folge sackte sie aber deutlich ab. Am Dienstag notierte sie nachbörslich bei 116,61 Dollar. Anlegern bereiten unter anderem die schuldenfinanzierten Investitionen in KI-Infrastruktur und Chipfabriken Sorgen. Die Kredite würden sich durch eine erwartete Anhebung der US-Leitzinsen verteuern.
Zu einem möglichen Zusammenschluss von SpaceX mit Tesla äußerte sich Musk zunächst nicht. Einem Medienbericht zufolge prüft der Elektroautobauer als Vorbereitung hierfür den Verkauf seines China-Geschäfts. Musk bezeichnete dies zwar als Falschmeldung, hat bei früheren Gelegenheiten eine Fusion aber nicht ausgeschlossen. SpaceX macht etwa ein Fünftel seines Umsatzes mit US-Staatsaufträgen. Teslas aktuelle Abhängigkeit von China als Produktionsstandort und Absatzmarkt könnte Experten zufolge einen Zusammenschluss erschweren. Die Gigafactory in Shanghai ist das weltweit größte Tesla-Werk und gilt als das produktivste. Mehr als die Hälfte der weltweit verkauften Fahrzeuge wird dort gefertigt.
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