Bei SpaceX ist die Luft draußen: Hunderte Milliarden Börsenwert verpufft
Träumt vom Mars: Elon Musk
Der Börsengang seines Raketen- und Satellitenunternehmens SpaceX machte Elon Musk am 12. Juni zum ersten Dollar-Billionär der Welt. Unvorstellbare 1.000 Milliarden US-Dollar in den Händen eines durchaus umstrittenen Mannes – zum größten Teil in Aktien von SpaceX oder E-Auto-Pionier Tesla.
Die Euphorie um den größten Börsengang der Wirtschaftsgeschichte verdrängte vor eineinhalb Wochen alle Zweifel etwa rund um die Geschäftsgebarung von Musks Konzern. Der Verlust im ersten Quartal 2026 betrug 4,28 Milliarden Dollar – bei einem Umsatz von 4,69 Milliarden.
Wurden zunächst alle Warnungen von Musk-Skeptikern in den Wind geschlagen, stehen bei Anlegern und Analysten mittlerweile wieder die Fragen nach Bewertung, Kapitalbedarf und strategischer Ausrichtung im Vordergrund. Denn der Aktienkurs nähert sich mit Riesenschritten dem seinerzeitigen Ausgabekurs.
Dieser war bei ambitionierten 135 Dollar gelegen. Doch dann schoss die SpaceX-Aktie am ersten Handelstag sofort um 11 Prozent auf 150 Dollar in die Höhe, nur um den ersten Tag sogar mit einem Plus von 19 Prozent bei rund 161 Dollar zu beenden. Und bis zum 16. Juni ging es nur aufwärts – auf mehr als 220 Dollar je Aktie.
Dann die Schubumkehr: Am Montag landete SpaceX den dritten Handelstag zweistellig im Minus, rutschte auf 154 Dollar ab und damit bereits unter den Schlusskurs des ersten Handelstages. Nachbörslich ging es sogar auf unter 150 Dollar bergab.
Über die drei letzten Handelstage summierte sich das Minus für Anleger damit auf rund 23 Prozent, das entspricht einem Börsenwert von etwa 600 Milliarden US-Dollar. Trotz des Rückschlags bleibt SpaceX aber mit gut 2 Billionen US-Dollar auf Rang sieben der wertvollsten börsennotierten Konzerne der Welt, knapp hinter dem taiwanesischen Chipgiganten TSMC.
Am Dienstag gab es einen Stabilisierungsversuch. Mit minus einem Prozent verbuchten die Aktien einen vergleichsweise knappen Abschlag.
Als Auslöser für den Kursrutsch nennen manche Beobachter die Ausgabe einer 20-Milliarden-Anleihe durch das Unternehmen. Auch wenn diese Mittel nur zu einer Refinanzierung eines bestehenden Kredits aus der Übernahme von Musks KI-Unternehmen xAI dienen sollen, wecken sie an der Börse offenbar Zweifel am weiteren Finanzbedarf des Unternehmens. Schließlich wurden beim Börsengang schon rund 80 Milliarden Dollar eingesammelt. Reicht das alles nicht?
Erste-Analyst Paul Severin sieht vor allem „Gewinnmitnahmen in extrem volatilen Zeiten“. Er sagt: „Da waren viele Glücksritter unterwegs, die sich einen schnellen IPO-Gewinn erhofft haben und jetzt einfach Kasse machen.“
Wie geht es jetzt weiter?
Erst im Februar hat SpaceX das KI-Unternehmen xAI übernommen. Musk signalisiert damit laut Analysten, dass er aus SpaceX mehr machen will als „nur“ ein Raumfahrtunternehmen. Es geht laut Reuters um Rechenzentren, Hochleistungsprozessoren und Energieinfrastruktur.
Aufgrund dieser starken KI-Komponente gilt der weitere Erfolg von SpaceX an der Börse mittlerweile auch als Gradmesser für die Chancen von OpenAI oder Anthropic. Beide Unternehmen planen für dieses Jahr ihre Börsengänge.
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