Wirtschaft
20.01.2012

Solide Quartalszahlen bei IT-Größen

Google, IBM, Intel und Microsoft präsentieren ihre Quartals-Ergebnisse. Alle verzeichnen steigende Gewinne.

Trotz Schuldenkrise geht es der Technologiebranche gut. Am Donnerstag präsentierten gleich vier  Top-Unternehmen ihre jüngsten Quartalsergebnisse. Bei Google, IBM, Intel und Microsoft steigen die Kennzahlen. Die Reaktionen der Anleger fallen dennoch unterschiedlich aus.

Der US-Softwarekonzern Microsoft kommt auch ohne seinen einstigen Gewinnbringer Windows 7 aus. Die Nachfrage nach dem in die Jahre gekommenen Betriebssystem sank im zweiten Geschäftsquartal, das von Oktober bis Dezember dauerte. Doch dafür griffen die Firmenkunden stärker als im Vorjahreszeitraum zu Office-und Server-Software. Auch die Spielekonsole Xbox 360 war gefragt.

Microsoft hofft auf Windows 8

Der Umsatz stieg insgesamt um 5 Prozent auf 20,9 Milliarden Dollar (16,2 Mrd. Euro). Höhere Kosten etwa in der Entwicklung ließen den Gewinn allerdings bei 6,6 Milliarden Dollar stagnieren. Konzernchef Steve Ballmer sprach am Donnerstag von "soliden Finanzergebnissen", vor allem da in diesem Jahr zahlreiche Neuerscheinungen anstünden. Das lässt die Kunden üblicherweise zurückhaltender werden bei den aktuellen Produkten.

So steht Windows 8 vor der Tür, das endgültig die Brücke vom PC zu den boomenden Tablet-Computern schlagen soll. Erschwerend kommt hinzu, dass die PC-Verkäufe aufgrund der Popularität von Tablets und Smartphones allgemein schwächeln. Die Marktforschungsfirma Gartner rechnete für das abgelaufene Quartal ein Minus von 1,4 Prozent aus. Windows wird üblicherweise zusammen mit einem neuen PC ausgeliefert.

4,4 Prozent Gewinnplus bei IBM

Der Fokus auf Software und Dienstleistungen zahlt sich für den Technologie-Giganten IBM weiter aus. Im Schlussquartal 2011 waren die beiden Bereiche erneut die Wachstumstreiber. Insgesamt wuchsen die Konzernerlöse nach Rückgängen in anderen Sparten aber nur um 1,6 Prozent auf 29,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte um 4,4 Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar zu, wie IBM am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Die Aktie legte nachbörslich zeitweise um fast vier Prozent zu. Beim Umsatz wurden die Erwartungen der Marktexperten verfehlt, beim Ergebnis dafür übertroffen.

Intel trotzt den Überschwemmungen

Der weltgrößte Chiphersteller Intel hat im abgelaufenen vierten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert. Die Erlöse legten im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent zu auf 13,9 Milliarden Dollar, was leicht über den Erwartungen lag. Der Nettogewinn stieg auf Gaap-Basis um sechs Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar, wie der Konkurrent von Advanced Micro Devices und Texas Instruments am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Für das laufende Quartal gab Intel eine Umsatzprognose im Rahmen der Markterwartungen aus. Demnach rechnet der Konzern mit Erlösen von 12,8 Milliarden Dollar, plus oder minus 500 Millionen Dollar. Im Dezember hatte Intel seine Umsatzprognose für das vierte Quartal wegen Lieferengpässen bei Festplatten gesenkt. Wegen der schweren Überschwemmungen in Thailand hatten viele Fabriken die Produktion einstellen müssen.

Google enttäuscht Anleger

Der Internet-Konzern Google hat trotz eines Umsatzsprungs und eines höheren Gewinns im vergangenen Quartal die Investoren enttäuscht. Die Aktie rutschte nachbörslich zeitweise um mehr als neun Prozent ab. Der Umsatz war im Schlussquartal 2011 auf 10,6 Milliarden Dollar gestiegen - ein Plus von 25 Prozent im Jahresvergleich. Es ist das erste Mal, dass Googles Quartalserlöse über zehn Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn verbesserte sich aber nur von 2,54 auf 2,71 Milliarden Dollar, wie Google am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Erwartungen der Marktexperten wurden mit den Zahlen verfehlt.

Google verwies unter anderem auf hohe Investitionen in Rechenzentren und andere Infrastruktur. Das im Sommer gestartete Online-Netzwerk Google+ habe inzwischen 90 Millionen Mitglieder, gab Konzernchef Larry Page bekannt. Google konkurriert mit seinem sozialen Netzwerk mit dem weltweiten Marktführer Facebook, der bereits mehr als 800 Millionen Mitglieder hat.