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Wirtschaft
02/24/2020

Sicherheit vor Ertrag: Das rafft die Kaufkraft dahin

Expertinnen raten jenen, die für die Pension vorsorgen, zu mehr Wertpapieren. Von der Politik könnte Hilfe kommen.

von Christine Klafl

Vielen Österreichern ist sehr wohl bewusst, dass sie im Alter relativ wenig Geld zur Verfügung haben werden. Vor allem den Frauen. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Spectra im Auftrag der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft ergab: Fast zwei Drittel der befragten Frauen gaben an, zukünftig nicht von der staatlichen Pension leben zu können. Jede vierte Frau rechnet mit einer Pension von weniger als tausend Euro. Bei den Männern kalkuliert nur jeder Zehnte mit so wenig. Im Durchschnitt erwarten Frauen, dass sie im Alter über 1.124 Euro im Monat verfügen werden. Männer gaben bei der Befragung um gut 340 Euro mehr an.

Geld und Wissen fehlen

Angesichts dieser Daten ist es kein Wunder, dass die häufigste Antwort auf die Frage „Warum nutzen Sie die Möglichkeiten der privaten Pensionsvorsorge nicht?“ lautete: „Habe nicht genug Geld übrig.“ Misstrauen in die Finanzmärkte und zu wenig Wertpapiere-Wissen zählen allerdings auch zu den Gründen, warum nicht privat vorgesorgt wird. Wenn schon Vorsorge, so muss die Veranlagung bestmögliche Sicherheit bieten, ergab die Umfrage.

Kaufkraft schwindet

Allzu große Sicherheit rafft allerdings den Ertrag dahin. Seit vielen Jahren liegt der Zinssatz für simple, kurzlaufende Sparformen weit unter der allgemeinen Teuerung (siehe Grafik unten). Das heißt: Das Geld auf dem Sparbuch wird durch die Verzinsung zwar optisch mehr. Weil die Preise in der Zwischenzeit aber schneller steigen, kann man weniger um das Ersparte einkaufen. Auf Wertpapiere wie Aktien, Fonds oder Zertifikate setzen, raten daher die Anlage-Expertinnen bei Raiffeisen. Und auch wenn der Coronavirus gerade auf die Aktienkurse drückt: Pensionsvorsorge sei langfristig. Und langfristig werde man die aktuelle Kursdelle nicht mehr wahrnehmen können.

Polit-Hilfe

Unterstützung bei Veranlagung mit besseren Renditen kann von der Politik kommen. Im Regierungsprogramm ist das auch verankert: Nach einer wieder eingeführten Behaltefrist sollen Kursgewinne steuerfrei bleiben. Nachhaltige Finanzprodukte sollen überhaupt von der Steuer befreit sein – die Definition muss noch festgelegt werden. Nicht zuletzt soll die Finanzbildung gestärkt werden.

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