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Geldanlage
03/31/2014

Wer hat Angst vor dem Schwarzen Schwan?

Die eigentliche Gefahr an der Krim-Krise ist, dass dadurch anderes leicht übersehen werden kann, warnen Experten.

von Christine Klafl, Irmgard Kischko

Unvorstellbar, sehr selten, mit extremen Auswirkungen, wenn sie da sind – solche Ereignisse werden als "Schwarze Schwäne" bezeichnet. So wie die Pleite der US-Investmentbank Lehman im Herbst 2008. In den Monaten davor hatte der Georgien-Konflikt die Welt, auch die der Anleger, in Atem gehalten. Nikolaus Görg, Veranlagungsexperte der Privatbank Gutmann, zieht Parallelen zu jetzt: "Die eigentliche Gefahr am Krim-Konflikt besteht darin, dass der Blick verstellt ist und wir dadurch etwas übersehen, Gutes wie auch Schlechtes."

Ein scharfer Konjunkturknick in China, miserable Ergebnisse der Banken-Stresstests – mögliche Gefahren gibt es einige. Dass sie Realität werden, glauben Görg und Gutmann-Vorstand Friedrich Strasser aber nicht. Sie gehen auch nicht davon aus, dass Russland nach der Krim auch andere Teile der Ukraine annektieren wird. Die befürchtete Eskalation, die kräftige Kursverluste an den Aktienmärkten ausgelöst hat, dürfte also ausbleiben. In den nächsten Monaten sollten die Börsen die Verluste wieder wettmachen, meinen auch die Investmentmanager beim niederländischen Bankhaus ING.

"Blue Chips und Dividendentitel" lautet der Kauftipp von Gutmann-Vorstand Strasser. Für seine betuchte Kundschaft hat er vor Kurzem "den italienischen Markt gekauft" (mit einem Zertifikat auf den Mailänder Index). Investments in Russland wurden reduziert, sollen demnächst aber wieder auf ein Normalmaß angehoben werden. Eines ist den Gutmann-Managern dabei aber sehr wohl bewusst: Die Gefahr, dass Russland in eine Rezession abrutscht, sei sehr hoch.

Auch die Vermögensverwalter der Deutschen Bank warnen Anleger davor, nur auf die Krise in der Ukraine zu schauen. "Von Anlage-Profis wird die Wirtschaftslage in China und die Stärke des Aufschwungs in Europa und in den USA als wesentlich bedeutender eingestuft. Und die Profis sind es, die den Markt machen", erklärt Bernhard Ramsauer, Chef der Deutschen Bank Österreich AG.

Die beste Möglichkeit mit Geldanlage zu verdienen sei derzeit der Aktienmarkt. "Und dabei favorisieren wir Europa. Hier gibt es Aufholbedarf", betont Ramsauer. Die Deutsche Bank hat ihre allgemeine Anlageempfehlung trotz der Unsicherheiten in der Ukraine nicht verändert. Aktien werden im Muster-Portfolio mit 45 Prozent gewichtet.

Ramsauer warnt allerdings vor übergroßen Renditeerwartungen. "Drei bis vier Prozent ist heuer schon ein super Ertrag."

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