Wirtschaft
08.06.2018

Schon jeder sechste Haushalt hat digitalen Helfer

Milliardenmarkt: Der Markt für Service-Roboter wächst rasant. Die Qualität lässt aber viel Luft nach oben

Egal ob fürs Boden reinigen, Rasen mähen oder als digitaler Assistent: Die Haushalts-„Robolution“ hat gerade erst begonnen. Der US-Marktforscher Gartner schätzt, dass binnen drei Jahren der weltweite Service-Roboter-Absatz von derzeit 40 Millionen auf 880 Mllionen Stück geradezu explodieren wird.

In Österreich verfügen etwa 15 Prozent der Haushalte bereits über digitale Mitbewohner, wobei 80 Prozent davon das Staubsaugen erledigen. Unter den Saugroboter-Herstellern tobt ein harter Preiskampf. Marktführer iRobot fasste im Vorjahr eine Kartellstrafe in Höhe von 208.000 Euro wegen Preisabsprachen im Handel aus. Durch den eingeschränkten Wettbewerb konnten vom Markteintritt 2008 bis 2014 die Preise künstlich hochgehalten werden. Während etablierte Staubsauger-Marken wie Miele, Bosch/Siemens oder AEG erst langsam in den Roboter-Markt einsteigen, wächst die Konkurrenz durch europäische und asiatische Spezial-Roboter-Hersteller kontinuierlich.

 

Laut International Federation of Robotics (IFR) kommen schon 290 der 700 registrierten Anbieter von Service-Robotern aus Europa. Nordamerika liegt mit rund 240 Herstellern auf Platz zwei vor Asien mit rund 130 Herstellern. Eine wichtige Rolle in der technologischen Weiterentwicklung spielen zahlreiche Start-ups. Allein in den USA basteln mehr als 200 Start-ups am Robo-Butler der Zukunft.

Mäßige Saugleistung

Zu tun gibt es noch genug, denn ausgereift sind die Geräte noch lange nicht. Die deutsche Stiftung Warentest ließ im Vorjahr sechs der populärsten Saugroboter über Teppiche fahren, durch Testräume gleiten und im Dunkeln manövrieren. Das ernüchternde Ergebnis: Keines der Geräte saugte so gut wie ein gewöhnlicher Staubsauger. Die größten Schwachpunkte waren die geringe Saugleistung besonders bei Teppichen sowie die Schwierigkeiten bei wenig Licht. Der Roomba 980 von iRobot um knapp 1000 Euro kam übrigens auf Rang 2 hinter dem Kobold VR200 von Vorwerk um 725 Euro.