Wirtschaft
21.12.2017

Schicksalstag für NIKI: Ryanair springt ab

Die Bieterfrist für die insolvente Airline ist abgelaufen. Weichenstellung am Freitag erwartet. Niki Lauda feilte bis zuletzt an seinem Offert, auch British Airways sind interessiert.

Kann das Aus für die österreichische Air-Berlin-Tochter NIKI in letzter Sekunde doch noch abgewendet werden? Am Donnerstag endete zu Mittag die Frist, in der Interessenten ihre Kaufangebote einreichen konnten. Bis zum letzten Moment feilte Niki Lauda an seinem Kaufangebot. Die österreichische Rennsportikone hatte die Fluglinie einst gegründet und schon vor der Insolvenz Interesse an einer Rückübernahme bekundet.

Außerdem sind die Condor-Mutter Thomas Cook sowie die Schweizer Linien- und Charterfluggesellschaft PrivatAir im Spiel. Laut Insidern soll auch die British-Airways-Mutter IAG einen Kauf überlegen.

Alle eingehenden Angebote für Niki sollten noch heute Donnerstag geprüft, "vergleichbar gemacht" und dem Gläubigerausschuss am Freitag vorgelegt werden, erklärte Lucas Flöther am Donnerstag im ORF-"Mittagsjournal.

Ryanair springt ab

Die große Billigfluggesellschaft Ryanair sagte überraschend ab – wegen der unklaren Situation rund um an NIKI vermietete Lufthansa-Flugzeuge. Auch Lauda hatte kritisiert, es sei nicht klar, wie viele Flugzeuge Niki noch zur Verfügung stünden.

Ein Konsortium des Berliner Logistikers Zeitfracht mit der Wartungsfirma Nayak sprang ebenfalls ab. Man strebe aber Kooperationen mit möglichen Käufern an.

NIKI mit 1000 Beschäftigten schlitterte in der Vorwoche in die Insolvenz, weil Lufthansa die Übernahme abgeblasen hatte. Laut Insolvenzverwalter soll am Freitag eine Vorentscheidung fallen und NIKI bis Anfang Jänner verkauft sein, damit keine Start-/Landerechte verloren gehen.