© KURIER/Jeff Mangione

Sanierungsverfahren
11/05/2014

Schicksalstag für Holland Blumen

Eigentümer Anton Stumpf muss 176.000 Euro Fortführungskaution aufbringen.

von Kid Möchel

Das Schicksal der insolventen Handelskette Holland Blumen (330 Mitarbeiter, 85 Standorte) dürfte heute, Mittwoch, besiegelt werden. In der sogenannten Berichts- und Prüfungstagsatzung wird das Konkursgericht Korneuburg entscheiden, ob das Unternehmen fortgeführt werden kann oder geschlossen werden muss. Zuvor werden der Sanierungsverwalter Helmut Platzgummer oder die Gläubigerausschuss-Mitglieder entsprechende Anträge stellen.

Fakt ist: Die Geschäfte der angeschlagenen Blumenmärkte laufen schlechter als erwartet. "Die Umsätze sind anfänglich stark hinter dem Plan gelegen, aber sie haben sich zwischenzeitig verbessert", erklärt Wilhelm Deutschmann, der Rechtsanwalt der Handelskette, dem KURIER. "Die Kunden waren zum Teil verunsichert." Rund um Allerheiligen sollen die Geschäfte aber positiv gelaufen sein.

Gespräche mit einer Bank

Doch das vorhandene Geld reicht offenbar nicht aus, um alle anfallenden Kosten und die Wareneinkäufe abzudecken. Dem Vernehmen nach muss Holland-Blumen-Eigentümer Anton Stumpf dem Sanierungsverwalter Platzgummer 176.000 Euro für den weiteren Fortbetrieb hinblättern. Noch am Dienstagvormittag hat Stumpf Finanzierungsgespräche mit einer Bank geführt.

"Ich stehe gerade vor einer Bank und habe die Türschnalle in der Hand", sagte Stumpf dem KURIER am Dienstagvormittag. Am Dienstagnachmittag sollten die diesbezüglichen Formalitäten erledigt werden.

"Stumpf hat mir zugesichert, dass diese geforderte Fortführungskaution bis Mittwochfrüh aufgebracht wird", sagt Deutschmann. Denn: Verwalter Platzgummer muss die bereits fälligen November-Mieten für die 85 Filialen (insgesamt 250.000 Euro) bezahlen. Und am 10. November muss er einen Kredit bei der Volkskreditbank (250.000 Euro) begleichen, der für die Fortführung aufgenommen wurde.

Welke Geschäfte

Anfang Oktober 2014 hatte die Holland Blumen GmbH mit Sitz Gerasdorf bei Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Zuvor hatten bereits die Kärntner Gebietskrankenkasse und ein Mitarbeiter Insolvenzanträge eingebracht. Das Vermögen wurde damals mit rund 720.000 Euro beziffert, die Schulden mit 12,8 Millionen Euro. Den Gläubigern soll 20 Prozent Quote geboten werden.

Für den Ernstfall, dass das Sanierungsverfahren scheitern wird, hat Platzgummer schon vorgebaut. "Für diesen Fall ersucht der Insolvenzverwalter allfällige Kaufinteressenten vorsorglich bereits jetzt um eine Kontaktaufnahme", heißt es seit 14 Tagen in der Online-Insolvenzdatei des Justizministeriums. Doch das Interesse an der angeschlagenen Blumen-Handelskette soll sich laut Insidern in Grenzen halten. So sollen sich mittlerweile lediglich zwei Interessenten gemeldet haben, die aber nur auf einzelne Standorte spitzen.

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