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Schadenersatz
07/17/2013

Anwalt schießt sich auf Alpine-Bilanzprüfer ein

Deloitte wehrt sich, es gab Risikohinweis.

von Kid Möchel

Bei der bankrotten Alpine Bau geht der Abverkauf weiter. Am Dienstag wurde die Tochter Universale an die Bahnbau Wels, ein Unternehmen der Vorarlberger Rhomberg Bau, verkauft. Das bestätigt Gerhard Weinhofer von Creditreform. Dem Vernehmen nach zahlen die Vorarlberger 4,6 Millionen netto für die Alpine-Tochter. Eine Kaufpreis-Besserung (1,4 Millionen Euro) kommt dann hinzu, wenn die neuen Eigentümer die Universale auch im Segment Hochbau fortführen. Die Universale ist vor allem im Bahnbau tätig. Fakt ist: Die niedrigen Verkaufserlöse zeigen, dass die Quote für die Gläubiger überaus mager ausfallen wird.

Indes könnte es rund um die dritte Anleihe (Mai 2012) der Alpine-Holding zu Schadenersatzklagen kommen. „Wir gehen davon aus, dass der Bestätigungsvermerk für die Alpine-Bilanz 2011 zu Unrecht erteilt worden ist“, sagt Anlegeranwalt Michael Poduschka zum KURIER. „Hätte der Bilanzprüfer Deloitte bereits im März 2012 Stopp geschrien, hätten die Anleihe-Zeichner keinen Schaden erlitten und auch die Republik Österreich hätte keine Haftung mehr übernommen.“ Laut Poduschka habe schon 2011 „eine Unverhältnismäßigkeit zwischen den Haftungen und der Kapitalausstattung der Alpine Holding bestanden“.

Hinweis auf Risiken

„Wir sind davon überzeugt, dass wir die Jahresabschlussprüfung ordnungsgemäß durchgeführt haben“, kontert Deloitte-Partner Harald Breit. „Wir sehen daher den Ankündigungen der Prüfung von Schadenersatzklagen durch Rechtsanwälte mit Gelassenheit entgegen.“

So habe Deloitte der Konzern-Bilanz einen sogenannten „ergänzten Bestätigungsvermerk“ erteilt, der auf drohende „Risiken im Zusammenhang mit stritten Projekten in dreistelliger Millionenhöhe“ hinweist. Darunter ist eine Alpine-Klage über offenen Forderungen (111 Millionen Euro) aus einem Autobahnprojekt in Polen, wobei die Polen zugleich eine Pönale (14 Millionen Euro) von der Alpine fordern. Dazu kommen 21,5 Millionen Euro aus zwei anderen Problemprojekten sowie ein 21-Millionen-Euro-Risiko in Griechenland. Breit: „2011 konnte man sicher nicht wissen, dass die Alpine eineinhalb Jahre später in Konkurs geht.“

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