Bekanntes Transportunternehmen Nothegger ist pleite

Das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und soll über 700 Lkw verfügen.
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„Unser europaweites Logistiknetzwerk deckt die gesamte Transportwelt im multimodalen Verkehr ab. Lebensmitteltransporte in Kühlfahrzeugen und Transporte mit Planenfahrzeugen bilden dabei unser Kerngeschäft. Sondertransporte sowie Abfall- und Gefahrenguttransporte werden von uns ebenfalls zuverlässig abgewickelt“, heißt es auf der Firmen-Homepage. „Nach Pionierarbeit im intermodalen Bereich verfügen wir über ein eigenes Netzwerk an Ganzzugverbindungen auf den Hauptrouten zwischen Deutschland und Süditalien. Jährlich verlagern wir über 55 Mio. Straßenkilometer auf die Bahn und vermeiden dadurch ca. 40.000 Tonnen CO2-Ausstoß. Wir leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz!“

Die Rede ist von der Nothegger Transport Logistik GmbH mit Sitz in St. Ulrich am Pillersee. Sie beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und verfügt angeblich über 700 Lkw. Den Konkursantrag hat die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) gestellt. Das berichten Creditreform, AKV und KSV1870.

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Die Insolvenzursachen

Die ÖGK stellte wegen Beitragsrückständen in Höhe von 3,18 Millionen Euro den Konkursantrag. „Die Bemühungen der Schuldnerin, die Zahlungsunfähigkeit noch abzuwenden, sind schlussendlich gescheitert“, so der AKV.

„Über die Gründe dieser Insolvenz liegen uns derzeit noch keine geprüften Informationen vor. Dem KSV1870 ist bekannt, dass die Insolvenzschuldnerin während der Corona-Pandemie die Möglichkeit der Stundung von öffentlich-rechtlichen Abgaben (Steuern und Sozialversicherungsbeiträge) großzügig in Anspruch genommen hat. Nunmehr sind diese gestundeten Beträge rückzuführen und belastete dies die Liquiditätssituation im Unternehmen stark“, so der KSV1870. „Offensichtlich war die Insolvenzschuldnerin - nach Überwinden der Corona-Pandemie - nicht in der Lage, für die Rückzahlung dieser gestundeten Beträge entsprechende Vorsorge zu treffen. Zusätzlich habe es eine Prüfung der Österreichischen Gesundheitskasse gegeben, die eine Nachforderung an Sozialversicherungsbeträgen in Millionenhöhe ergab.“

Schulden und Vermögen

Die Hauptverbindlichkeiten bestehen mit rund 9,25 Millionen Euro bei Banken, bei der ÖGK (rund 3,18 Millionen Euro), und bei der Finanz (rund 1,8 Millionen Euro).  Dazu kommen noch Verbindlichkeiten bei den Lieferanten.

„An Aktiva verfügt die Schuldnerin unter anderem über einen sehr umfangreichen Fuhrpark, die Betriebsliegenschaft EZ 675 in St. Ulrich am Pillersee, (geschätzter Gesamtsachwert: 1,9 Millionen Euro) und Beteiligungen an verbundenen Unternehmen, zum Beispiel an der Nothegger Immobilien GmbH, ausländischen Firmen und stille Beteiligungen sowie Wertpapieren“, so der AKV. Die Buchwerte der eigenen Fahrzeuge (2024) sollen 9,67 Millionen Euro betragen und die der Leasingfahrzeuge 7,4 Millionen Euro.

Zukunft unklar

„Derzeit ist nicht bekannt, ob die Schuldnerin eine Sanierung anstrebt“, der AKV. „Die Insolvenzverwaltung wird zeitnah zu entscheiden haben, ob das Unternehmen ohne weitere Nachteile für die Gläubiger fortgeführt werden kann, und damit eventuell auch eine Sanierung des Unternehmens bewerkstelligt werden kann.“

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