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Wirtschaft
09/03/2019

Saftige Pleite einer Reinigungsfirma – 60 Jobs wackeln

Das Unternehmen soll fortgeführt werden und bietet seinen Gläubigern einen Sanierungsplan ohne Eigenverwaltung an.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Im Geschäftsjahr 2016/17 hatte dieses Unternehmen sogar 100 Mitarbeiter, weil das Geschäft mit der Reinigung von Gebäuden, Büros und Baustellen brummte. Doch dann kam es 2017 zu Liquiditätsproblemen. Zwei Großkunden schlitterten in die Insolvenz und andere Kunden zum Teil zahlten nur schleppend. Daraufhin wurde laut Firmenangaben ein gewerberechtlicher Geschäftsführer engagiert, der den Umsatz und das Ergebnis aber angeblich nicht auf Vordermann brachte. Er soll später wieder gekündigt worden sein.

Doch die Reinigungsfirma Complete FM Dienstleistungs GmbH mit Sitz in Wien kam nicht aus der Bredouille heraus. Nun musste sie die Reißleine ziehen und Insolvenz anmelden. Das bestätigt Gerhard Weinhofer von Creditreform dem KURIER. Zuvor hatte schon ein Gläubiger einen Insolvenzantrag gestellt.

Das Unternehmen soll fortgeführt werden und bietet seinen Gläubigern einen Sanierungsplan ohne Eigenverwaltung (20 Prozent Quote) an. Rund 60 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen. Betriebsrat gibt es in diesem Unternehmen aber keinen.

Schulden und Vermögen

Die Schulden werden mit rund 295.700 Euro beziffert, davon entfallen 154.500 Euro auf die Gebietskrankenkasse und 85.000 Euro auf die Finanz (Umsatzsteuer) und 15.500 Euro auf Kfz-Leasing. Außerdem soll es eine Forderung des Finanzamts in Höhe von 1,042 Millionen Euro geben. Diese Finanzamts-Forderung wird aber laut Creditreform als „ausgesetzt“ bezeichnet. Es soll dabei um die Veranlagung von Umsatz- und Körperschaftssteuer gehen. Das Unternehmen hat dagegen ein Rechtsmittel eingelegt.

Die Aktiva bestehen vor allem aus offenen Forderungen (180.000 Euro) gegen Kunden. Dazu kommen Reinigungsmittel und Werkzeuge.


Die Zukunft

Der Auftragsstand soll gut sein. Das Unternehmen hat mehr als 50 Kunden. Die monatlichen Umsätze decken die Ausgaben ab.