Wirtschaft
22.05.2018

Saftige Millionenpleite in der Gastronomie-Szene

Restaurantbetreiber hat 5,5 Millionen Euro Schulden angehäuft und schließt beide Lokale.

"Blumenkohl vierartig mit Dattelpüree, dehydrierten Trauben und Karotten-Curry Sauce um 11,90 Euro, Steinbutt in Tramezzino-Kruste mit Perlgraupenragout, Hummer-Bisque und Blumenkohlpüree um 29 Euro oder Rinder-Filetsteak mit Kartoffelpüree saisonalem Gemüse, knusprigen Zwiebeln und Trüffelsauce um 35 Euro" – diese einladende Speisekarte ist Geschichte. Denn: Die Medusa GmbH hat laut dem Gläubigerschutzverband Creditreform am Handelsgericht Wien einen Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt. Zu ihren besten Zeiten werkten für die Medusa 74 Mitarbeiter.

Das Unternehmen wurde erst im Jahr 2011 gegründet und betrieb am Neuen Markt in Wien die Lokale „Medusa“ und „Primi“. Beide Lokale von Peter Stecko mussten schließen. „Die Mietzinse waren insbesondere im Hinblick auf den unmittelbar bevorstehenden Umbau des Neuen Marktes nicht mehr zu erwirtschaften“, teilt das Unternehmen dem Gericht mit. „Verhandlungen mit dem Vermieter scheiterten letztendlich.“ Der Vermieter soll aufgrund ausstehender Mieten die Fahrnisse bereits pfänden haben lassen. Der Umbau des Neuen Markt soll drei Jahre dauern.

Die Medusa GmbH hat laut eigenen Angaben rund 5,5 Millionen  Euro Schulden angehäuft, davon entfallen 893.000 Euro auf die Lieferanten. Das Gros sollen Darlehen sein. Die Aktiva bestehen aus einem Bankguthaben (48.000 Euro). Indes behauptet nun CEO Peter Strecko, dass die Lieferanten-Forderungen weniger als 130.000 Euro betragen und der Großteil der Verbindlichkeiten das eigene Investment ausmacht.

Dehydrierte Bilanzen

Im Geschäftsjahr 2016 betrug der Bilanzverlust bereits 1,949 Millionen Euro, der Verlustvortrag aus 2015 betrug 1,598 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten wurden damals schon mit 5,215 Millionen Euro beziffert.

"Eine Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechtes liegt aufgrund der folgenden Gründe nicht vor: Die vom Geschäftsführer erstellte Planrechnung für das Jahr 2017 zeigt die bereits im Jahr 2017 umgesetzten Maßnahmen, welche die Profitabilität der beiden Standorte steigern sollen", heißt es im Anhang zur Bilanz 2016. "Seitens des Gesellschafters Peter Stecko sowie weiteren Gläubigern wurden Patronatserklärungen abgegeben, in der diese erklären, dass ihre Forderungen gegenüber der Gesellschaft so lange nachrangig sind, bis alle anderen Gläubiger befriedigt sind." Die Sachanlagen wurden in der Bilanz 2016 mit 2,187 Millionen Euro beziffert.