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Wirtschaft
12/20/2019

Millionenpleite eines Fertiggerichte-Herstellers

Die Lebensmittelproduktion umfasst Fertiggerichte für die "Eigenmarken" von Rewe und Spar.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

"Wir, die MIA Feinkost Manufaktur aus Biedermannsdorf in Österreich, kreieren und produzieren frische, zeitgeistige Convenience-Gerichte, die auf einfache Weise zubereitet ein „Schneller, besser essen” ermöglichen", heißt es auf der Homepage. "Bei der Herstellung unserer Gerichte legen wir größten Wert auf Originalität, höchste Qualität und ausgezeichneten Geschmack – von der Rezeptideenfindung über die Auswahl der frischen, erlesenen Zutaten bis hin zur Zubereitung. Zusätzlich zu unseren eigenen Markenprodukten, stellen wir auch kulinarische Genüsse für renommierte Partner aus dem In- und Ausland her."

Und weiter heißt es: "Alles beginnt bei uns immer mit einer ersten Idee – von verfeinerten Neuinterpretationen traditioneller Spezialitäten, exotischen Gerichten aus aller Welt oder gänzlich innovativen Foodkreationen. Anschließend gehen unsere renommierten Köche in Handarbeit ans Werk. Zum Hacken, Schneiden, Mörsern, Kombinieren, Tüfteln, Abschmecken und wieder zurück zum Start – so lange eben, bis die außergewöhnlich gefällige Rezeptur der besonders geschmackvollen Art gefunden ist."

 

Hohe Verluste

Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und beschäftigt sich mit der Produktion insbesondere von Fertiggerichten für Adeg, Merkur und Interspar und Eurospar. Früher wurden Ravioli und Tortellini hergestellt. Doch nur mit kläglichem Erfolg. Es wurden Verluste eingefahren. Der Bilanzverlust 2018 betrug 2,5 Millionen Euro, davon der Verlustvortrag 2,318 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten wurden sogar mit 6,155 Millionen Euro beziffert. Die Pasta-Linie wurde dann im Sommer 2019 verkauft.

Nicht genügend Kapital

Nun konzentrierte man sich auf die Herstellung von sogenannten Convenience-Produkten. Doch das war mit hohen Anlaufkosten verbunden. Das für eine Automatisierung der Produktion benötigte Kapital war nicht vorhanden. Die Effizienz konnte nicht gesteigert und die Kosten nicht gesenkt werden.

Die Verluste wurden in den vergangenen Jahren großteils durch die Gesellschafterin und private Darlehensgeber finanziert. In der Folge scheiterten Gespräche rund um einen Einstieg eines strategischen Partners. Mit der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse wurde versucht, eine Ratenvereinbarung zu treffen. Das soll abgelehnt worden sein. Indessen brachte die Krankenkasse einen Insolvenzantrag ein. Schlussendlich musste das Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eingestehen.

2,856 Millionen Euro Schulden

Die mia Feinkost GmbH um Wolfgang Gössweiner und mit Sitz in der Wiener Walfischgasse 4/9 hat am Landesgericht Wiener Neustadt einen Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt, bestätigt Gerhard Weinhofer von Creditreform. "Es sind 15 Arbeitnehmer betroffen. Das Unternehmen soll vorerst fortgeführt werden, Investorengespräche laufen, eine Sanierung wird angestrebt."

Die Aktiva werden mit 85.000 Euro beziffert, davon entfallen 30.000 Euro auf offene Forderungen und 55.000 Euro auf die Geschäftsausstattung der Produktionsstätte. Die Passiva werden mit 2,856 Millionen Euro beziffert.

Mia Feinkost ist Unbeschränkt haftender Gesellschafter folgender Firmen:

  • Premium Convenience GmbH & Co KG
  • mia Feinkost GmbH & Co KG
  • Light Convenience Food GmbH & Co KG
  • mia Convenience Food GmbH & Co KG

und Gesellschafter der

  • vegan vital food GmbH (Anteil: 100 %)

Die Zukunft

Es war beantsichtigt mit der Premium Convenience und den anderen Firmen neue Märkte zu erschließen. Die Produktentwicklungskosten wurden von der mia Feinkost den anderen Firmen weiter verrechnet. Die daraus resultierenden Forderungen gelten aber als uneinbringlich. Die vier genannten Firmen sind eigentlich vermögenslos.

Jetzt sucht mia Feinkost Investoren. Zugleich ist ein Fortbetrieb geplant. Sollten keine Investoren aufspringen, soll das Unternehmen an eine Auffanggesellschaft verkauft werden.

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