Wirtschaft
01.06.2017

s Bausparkasse: 2016 mehr Neuverträge

Thomas Köck löst Josef Schmidinger an der Spitze ab.

Die s Bausparkasse hat im Vorjahr mehr neue Bausparverträge abgeschlossen. Die Finanzierungen waren rückläufig, teilte das Institut am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz mit. Seit heute hat die s Bausparkasse auch einen neuen Chef: Der langjährige Generaldirektor Josef Schmidinger (61) geht wieder zurück in die Muttergesellschaft Erste Bank. Neuer Bausparkassen-Chef ist Thomas Köck (46). Zweites Vorstandsmitglied ist weiterhin Astrid Kratschmann. Köck war bis Mitte 2015 Generaldirektor der damals zum Volksbanken-Sektor gehörenden start:Bausparkasse und der IMMO-Bank und zuletzt Geschäftsführer von ffs firefly solutions. Der neue Vorstandsvorsitzender der s Bausparkasse absolvierte ein Betriebswirtschaftsstudium an der WU Wien.

Schmidinger übernimmt Bereich Wohnbau in der Erste Bank

Schmidinger wechselt zurück in die Muttergesellschaft und wird den Bereich Wohnbau in der Erste Bank Oesterreich übernehmen. In dieser Funktion wird er den großvolumigen Wohnbau inklusive Commercial Real Estate-Kreditgeschäft und Immobilienleasing sowie die Geschäftsführung der neu gegründeten Wohnbauinvestitionsbank verantworten. In der s Bausparkasse stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr die Zahl der neuen Bausparverträge um 1,2 Prozent auf 247.582 Stück. Dabei überwogen die Verträge mit fixer Verzinsung, mehr als ein Drittel wurde mit variabler Verzinsung abgeschlossen. Die Bauspareinlagen gingen um 2,4 Prozent auf 6,8 Mrd. Euro zurück. Die Finanzierungen verringerten sich um rund 12 Prozent auf 837 Mio. Euro. Die Ausleihungen sanken um 11,4 Prozent auf rund 6 Mrd. Euro. Grund dafür waren die veränderten Bedingungen durch die Abspaltung des großvolumigen Wohnbaugeschäfts auf die Muttergesellschaft Erste Bank. Dieser Ausleihungsbestand spiegle nun in überwiegendem Ausmaß das Retailgeschäft der Bausparkasse wider, hieß es heute. Das Ergebnis vor Steuern verdreifachte sich dank einmaliger Sondereffekte wie einem Liegenschaftsverkauf und der Übertragung des großvolumigen Wohnbaugeschäfts von 31 auf 95,5 Mio. Euro.

Run auf Handwerkerbonus

Der Handwerkerbonus zur Förderung für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten zu privatem Wohnraum ist stark gefragt. Zur Verfügung stehen auch heuer 20 Mio. Euro, 6,5 Mio. Euro sind noch im Topf. Es sei davon auszugehen, dass die Mittel im Sommer ausgeschöpft werden, sagte der seit heute amtierende neue Chef der s Bausparkasse, Thomas Köck, bei der Bilanzpressekonferenz. Etwas schleppend abgerufen werde heuer der Sanierungsscheck für die thermische Sanierung, bei dem noch 33 Mio. Euro vorhanden sind. Mit dem 2009 ins Leben gerufenen Sanierungsscheck haben laut s Bausparkasse 635 Mio. Euro in sieben Tranchen ein Umwelt relevantes Investitionsvolumen von rund 4,5 Mrd. Euro ausgelöst. Handwerkerbonus und Sanierungsscheck werden von den Bausparkassen abgewickelt. Der Handwerkerbonus dürfte heuer auslaufen, weil laut Gesetz die Fördermaßnahme endet, wenn das Wirtschaftswachstum über 1,5 Prozent liegt. 2016 bis Ende Mai wurden rund 78.820 Anträge gestellt, so die s Bausparkasse heute unter Berufung auf Daten der Kommunalkredit Public Consulting. Die durchschnittliche Fördersumme lag bei 404 Euro. Die maximale Förderung für Handwerkerleistungen pro Wohnobjekt beträgt 600 Euro im Jahr. Die 2016 bis Ende Mai ausgelösten Arbeitsleistungen werden mit rund 211,5 Mio. Euro beziffert.

Leistbares Wohnen

Ein ganz großes Thema ist für den neuen Vorstandsvorsitzenden der s Bausparkasse leistbares Wohnen. Bei der Finanzierung sei es wichtig, dass diese über den gesamten Zeitraum leistbar sei. Bausparen zähle nach wie vor zu den beliebtesten Sparformen, so Vorständin Astrid Kratschmann. Im Gfk-Stimmungsbarometer bezeichneten 36 Prozent der Befragten Bausparen als besonders attraktiv, nur übertroffen von dem Wunsch nach Wohnungseigentum mit 40 Prozent. Dahinter folgten Grundstücke kaufen und Gold/Goldmünzen. Heuer werde die s Bausparkasse ein sehr gutes operatives Jahr haben, so Kratschmann. Die Bauspareinlagen und - ausleihungen sowie die Finanzierungsleistung waren in den ersten vier Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil. Die Zahl der neuen Bausparverträge lag bei rund 66.440, wobei seit heuer nur mehr prämienbegünstigte Neuverträge abgeschlossen werden. Das Geschäft mit dem großvolumigen Wohnbau inklusive Beteiligungen gibt die s Bausparkasse an ihre Muttergesellschaft Erste Bank in zwei Tranchen ab. Dabei geht es um knapp 500 Mio. Euro an Darlehen und in einer zweiten Tranche um rund 280 Mio. Euro.