Wirtschaft
05.12.2011

Rompuy als Sprecher der Eurozone?

Der Mann im Hintergrund tritt hervor: Die Franzosen wollen den EU-Ratspräsidenten zum Sprecher der Euro-Gruppe machen.

"Weder Beobachter noch Diktator, sondern Vermittler", hat EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy seine Rolle im vielleicht wichtigsten EU-Gremium beschrieben.

Seit Ende 2009 hat der streng katholische Belgier dieses Amt inne, meist unbemerkt von der Öffentlichkeit zieht er die Fäden im Hintergrund. Und das mit großem Erfolg, Experten als auch Diplomaten finden meist lobende Worte für den stillen Flamen.

Rompuy fädelte den Deal der letzten beiden Euro-Gipfel in Brüssel ein. Auch als Leiter der Task-Force zum neuen Stabilitätspakt blieb er ohne Tadel, was ihm jetzt zugute kommen dürfte: Die Franzosen wollen Van Rompuy zum neuen Sprecher der Euro-Gruppe machen.

Derzeit steht dem Gremium noch der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker vor, der sich aber vor den letzten Euro-Gipfeltreffen mediale Patzer leistete. Rompuy könnte als eine Art Koordinator und Euro-Sprecher fungieren, um die Politik im Währungsraum stärker zu bündeln und zu disziplinieren.

Rompuy arbeit derzeit in einem Büro im wenig repräsentativen Justus-Lipsius-Gebäude in Brüssel. Vor wenigen Wochen hat er die Pläne für das neue, "Europa" genannte und 240 Millionen Euro teure Ratsgebäude gleich neben dem Lipsius präsentiert. Rompuys Glück dabei: Der Baubeschluss datiert von einem EU-Gipfel aus dem Jahre 2004.