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Wirtschaft
05/13/2019

Warum Elektroautos zu einem Engpass bei Rohstoffen führen

Kobalt, Kupfer, Lithium: Nachfrage der Autobauer steigt rasant, Versorgungslage hält kaum Schritt

Um strengere -Vorgaben zu erfüllen, müssen die Autobauer wesentlich emissionsärmere Fahrzeuge bauen und die Elektromobilität forcieren. So kündigte der künftige Daimler-Konzernchef Ola Källenius am Montag an, bis 2030 mehr als die Hälfte des Pkw-Absatzes mit Elektro- oder Hybridfahrzeugen zu bestreiten. Bei VW soll bis 2025 ein Viertel der Neufahrzeuge elektrisch rollen. Was gut fürs Klima ist, erfordert enorme Mengen an zum Teil seltenen Rohstoffen.

Kritischer Rohstoff Kobald

Kobalt etwa, ein Nebenprodukt der Kupfer- und Nickelgewinnung, ist wichtiger Bestandteil der Batterien. In größeren Elektrofahrzeugen werden 15 Kilogramm Kobalt verbaut. Wegen der steigenden E-Auto-Produktion rechnet die deutsche Rohstoffagentur bis 2026 mit einer Verdoppelung des Gesamtbedarfs an Kobalt und warnt vor Versorgungsengpässen. Auch der Lithium-Bedarf dürfte sich bis dahin zumindest verdoppeln, die Versorgungslage ist hier jedoch etwas besser.

Kobalt hingegen kommt auf der Erde selten und sehr konzentriert vor. Der Marktanteil der Demokratischen Republik Kongo beim Kobalt-Abbau dürfte in den nächsten Jahren auf 80 Prozent steigen. Der Abbau erfolgt unter prekären Verhältnissen, immer wieder gibt es Berichte über Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit. Dazu kommt: China kontrolliert zwei Drittel der Raffinadeproduktion, bei Kobalt-Chemikalien beträgt der Anteil mehr als 80 Prozent.

Kupfer und Nickel

Elektroautos verbrauchen auch doppelt so viel Kupfer wie Benziner. Dazu kommen immer mehr batteriebetriebene Entertainment- und Kommunikationssysteme, die ins Auto eingebaut werden. Um die anziehende Nachfrage zu befriedigen, müsste die Kupferindustrie weit mehr investieren und neue Minen erschließen, meinen Analysten. Weil sie Preisrallys fürchten, steigen Autobauer vermehrt auf Nickel um. Nickel wird auch beim Bau von Katalysatoren eingesetzt, der Preis ist schon jetzt großen Schwankungen ausgesetzt. Tesla etwa arbeitet an einer neuen Batteriegeneration, bei der Kobalt durch Nickel ersetzt wird. Der E-Auto-Pionier warnt inzwischen selbst vor Versorgungsengpässen bei wichtigen Metallen.

Mehr Recycling

Um die bisherige Erdölabhängigkeit nicht durch eine andere Rohstoffabhängigkeit zu ersetzen, bedarf es aber auch eines massiven Ausbaus der Recycling-Infrastruktur sowie des Einsatzes alternativer Technologien.