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Wirtschaft
10/10/2019

"Nur wer aufs Risiko setzt, darf auch gute Renditen erwarten"

Die Mehrheit der Österreicher ist zu vorsichtig beim Geld anlegen. Sie verlieren damit viel Geld. Das müsste aber nicht sein, sagt Bank-Austria-Chef Robert Zadrazil.

von Irmgard Kischko, Robert Kleedorfer

Wer im Jahr 1990 sein Geld auf ein Sparbuch gelegt hat, konnte binnen zwölf Jahren mit einer Verdoppelung des Angesparten rechnen. Wer dasselbe heute macht, kann damit rechnen, dass vielleicht seine Ur-Ur-Enkel einmal das Doppelte am Sparbuch sehen werden.Robert Zadrazil, Chef der Bank Austria, macht mit diesem Beispiel eines klar: Mit Spareinlagen ist heutzutage kein Vermögensaufbau möglich. „Trotzdem sind Bausparen und das Sparbuch noch immer die beliebtesten Sparformen in Österreich“, sagt Zadrazil. Die Erkenntnis, dass das nichts bringe, sei inzwischen zwar da, aber die Menschen handelten nicht danach. Die Bank Austria versucht nun, diese Einstellung in Gesprächen mit den Kunden zu verändern. Denn nur wer auch Risiken mit der Veranlagung eingehe – sprich Wertpapiere kaufe –, könne gute Renditen erwarten.

Da sich einer Umfrage der Bank zufolge mehr als 50 Prozent der Österreicher als „vorsichtige Anleger oder Risikovermeider“ bezeichnen würden, rät Zadrazil zum Einstieg zu Garantieprodukten. Dabei garantiert die Bank den Erhalt des Kapitals, dazu gibt es – je nach Produkt – noch Erträge.

Mit Garantieanleihen sind laut den Anlageexperten der Bank Austria sogar bis zu sechs Prozent im Jahr zu verdienen. Auch Lebensversicherungen, bei denen man auf eine Mischung aus klassischer Polizze und fondsgebundener Veranlagung setzt, nennt die Bank als Alternative zum Sparbuch. Für alle, die sich mehr ins Risiko wagen, steht eine breite Palette an Aktienfonds offen.

Risikoscheue Frauen

Etwa 38 Prozent der Österreicher sind laut Befragung der Bank als „moderat beziehungsweise risikofreudig“ in der Geldanlage einzustufen. In diesen beiden Gruppen befinden sich signifikant mehr Männer als Frauen. Unter den Risikofreudigen sind 80 Prozent Männer, unter den Moderaten auch noch 61 Prozent. „Aber die Frauen holen auf. Sie wagen sich zunehmend an Aktieninvestments heran“, meint der Bank-Austria-Chef. Als wichtigste Ziele der Geldanlage nennen die Befragten „langfristig höhere Erträge“ (55 Prozent) und „langfristigen Werterhalt“ (52 Prozent).

Manfred Drennig, früherer Vize-Generaldirektor der Länderbank und Co-Gründer des Vermögensverwalters Privatconsult, ist bezüglich Alternativen zum Sparbuch skeptisch. Bei Immobilien etwa würden sich die Preise schneller entwickeln als die Einkommen, so dass die Finanzierung schwieriger werde. Generell würden Banken versuchen, das Wertpapiergeschäft zu forcieren. „Meistens werden aber Investmentfonds empfohlen, die vor allem in Anleihen investieren. Und dort ist nichts zu verdienen“, sagte er im Rahmen einer Podiumsdebatte des Finanzjournalistenforums.

Auch Michael Grahammer, früher Vorstandschef der Hypo Vorarlberg und nun Geschäftsführer von Grahammer & Partner, sieht den Immobilienboom skeptisch. „Sollten die Zinsen ziemlich plötzlich um zwei Prozent steigen, wäre das eine bedrohliche Situation.“ Es käme zu Wertverlusten und Kreditausfällen. „Wir leben ein Stück weit wie Drogenabhängige. Wir werden von der EZB mit Liquidität vollgepumpt.“

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