RBI-Chef Johann Strobl sieht "kein strafbares Verhalten"

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
03/18/2020

RBI sieht sich für Rezession gerüstet

Raiffeisen Bank International erwartet mehr Kreditausfälle. Die Dividende soll bleiben.

von Robert Kleedorfer

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 der Raiffeisen Bank International (RBI) mit einem leicht gesunkenen Gewinn (s. Grafik) stößt in Tagen wie diesen kaum noch auf Interesse. Zu sehr ist der Blick auf das Hier und Jetzt und – noch viel wesentlicher – auf die Zukunft gerichtet.

Dies ist Vorstandschef Johann Strobl bewusst, als er Journalisten gegenüber am Mittwoch via Telefonkonferenz die Lage der Bank in Zeiten des Coronavirus darstellt. „Wir gehen aus der Position der Stärke in die Krise“, gibt er sich selbstbewusst.

Und stützt sich dabei auf drei Zahlen: Die Kernkapitalquote von 13,9 Prozent sei gut und gebe Raum für Sondermaßnahmen, die Kreditausfallrate liege mit 1,2 Prozent so tief wie noch nie; und es bleibe trotz der Widrigkeiten bei der Erhöhung der Dividende auf 1,0 Euro je Aktie. „Es ist nicht notwendig, die Dividende zu verändern, die mit 26 Prozent des Gewinns nicht sehr hoch und vorsichtig angesetzt ist.“

Erleichterungen

Strobl bestätigt aber die Rechnung der Ratingagentur S&P, dass es zu einer Verdreifachung der Kreditausfälle kommen werde. Aber selbst diese Zahl wäre nur geringfügig über dem langjährigen Durchschnitt. Die Bank will Kunden entgegenkommen und Zahlungen stunden.

„Wir stehen schon jetzt in Kontakt mit Kunden über Finanzierungsbedürfnisse.“ Zugleich wünscht er sich einen pragmatischeren Zugang seitens der Aufsicht. „Die Regeln bei Zahlungsverzug sind sehr streng.“ Hier solle es Anpassungen an die aktuelle Lage geben.

Krisenmodus

Auch wenn die RBI heuer von einer schweren Rezession in der Eurozone (minus 4 Prozent der Wirtschaftsleistung) und in Osteuropa (minus 6 Prozent) ausgeht, klingt Strobl nicht allzu pessimistisch, was die mittelfristige Zukunft betrifft. „Im dritten oder vierten Quartal sind wir hoffentlich wieder im normalen Modus.“

Die Lage sei ganz anders als 2008. „Es ist eine Gesundheits-, aber keine Wirtschaftskrise. Die Wirtschaft erleidet nur die Folgen. Die Strukturen sind in Ordnung.“ Es gebe auch keine Vertrauenskrise ins Bankensystem. Die RBI-Aktie verlor dennoch gestern knapp neun Prozent.

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