Mega-Deal für Raiffeisen Bank in Rumänien
Zusammenfassung
- RBI übernimmt für 591 Millionen Euro die Garanti BBVA Group Romania und wird damit voraussichtlich zur drittgrößten Bank Rumäniens.
- Die Transaktion soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, danach folgt eine schrittweise Integration des Kundengeschäfts bis 2027.
- Mit dem Deal setzt RBI nach dem Rückzug aus Russland wieder auf Wachstum in den Kernmärkten Zentral- und Osteuropas.
In der Nacht auf Samstag hat die Raiffeisen Bank International (RBI) bekannt gegeben, 100 Prozent der Anteile der Garanti BBVA Group Romania übernommen zu haben. 591 Millionen Euro kostet die Übernahme der Bank, mit der die RBI ihren Marktanteil in Rumänien ausbaut. Die Transaktion muss noch genehmigt werden, mit einem Abschluss wird im vierten Quartal 2026 gerechnet.
Raiffeisen rückt in Rumänien auf Rang drei vor
"Dieses Geschäft ist ein signifikanter strategischer Zug in einem der attraktivsten Bankenmärkte in Zentral- und Osteuropa", kommentiert RBI-CEO Johann Strobl. Sein designierter Nachfolger (ab 1. Juli) Michael Höllerer spricht von einem "Meilenstein in unserer langfristigen Strategie" für die CEE-Region. Die Garanti BBVA besitzt in Rumänien einen Marktanteil von rund zwei Prozent. Die RBI würde mit der Akquisition zur drittgrößten Bank im Land werden. Derzeit liegt sie auf Rang vier und betreut 2,3 Millionen Kunden.
Die Garanti BBVA Romania wies zum Jahresende 2025 eine Bilanzsumme von rund 4 Milliarden Euro aus, die rumänischen Tochtergesellschaften der RBI kamen auf 17,5 Milliarden Euro. Bis zur Freigabe der Übernahme werden beide Banken unabhängig voneinander weiterarbeiten. Danach soll das Kundengeschäft der Garanti BBVA Schritt für Schritt integriert werden. Dieser Prozess soll im zweiten Halbjahr 2027 abgeschlossen sein.
Türkisch-spanische Bank mit rumänischem Ableger
Garanti wurde ursprünglich 1946 in der Türkei gegründet. Die spanische Bank BBVA beteiligte sich 2011 an Garanti und übernahm über die Jahre immer größere Anteile. 2022 wurde die Bank in Garanti BBVA umbenannt. Seit 2022 ist BBVA Mehrheitseigentümer. Der RBI-Deal umfasst lediglich die rumänischen Tochtergesellschaften der Bank.
Nach Russland-Rückzug wieder Wachstum angesagt
Für die RBI ist es die erste bedeutende Übernahme seit vielen Jahren. Nach der starken Fokussierung auf das wegen des Ukraine-Kriegs umstrittene und schwer verkäufliche Russland-Geschäft rückt damit wieder das Wachstum in den Kernmärkten in den Mittelpunkt. Um den Weg für die Transaktion zu ebnen, wurden Insidern zufolge im Vorfeld bei einem Treffen mit dem rumänischen Notenbankgouverneur Mugur Isarescu frühere Verwerfungen ausgeräumt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. RBI-Chef Strobl hatte bereits auf der Bilanzpressekonferenz Ende Jänner betont, die Bank sei offen für Zukäufe.
Der rumänische Bankenmarkt gilt als stark fragmentiert, weshalb Institute in Osteuropa vermehrt Zukäufe anstreben. Marktführer ist die Banca Transilvania. Die Nummer zwei im Markt ist die ebenfalls österreichische Erste Group, die nach eigenen Angaben ebenfalls routinemäßig Möglichkeiten für organisches und anorganisches Wachstum in der Region prüft.
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