Verdacht der Untreue: Ex-Finanzstadtrat Mayr

© APA/RUBRA

Linzer Swap-Krimi
12/06/2013

Prozess: Vier Bawag-Mitarbeiter nun im Visier

Staatsanwalt weitet Ermittlungen aus. Zeugeneinvernahme mit heftigen Wortgefechten.

von Christoph Weiermair, Kid Möchel

Im Untreue-Prozess gegen den Linzer Ex-Finanzstadtrat Johann Mayr (SPÖ) und Ex-Finanzdirektor Werner Penn wurden am Freitag (frühere) Mitarbeiter der Bawag als Zeugen befragt.

Mehr als vier Stunden wurde Iris S. einvernommen – eine Schlüsselfigur beim Swap-Deal im Jahr 2007. Sie hatte das Spekulationsgeschäft mit dem Linzer Finanzdirektor Penn abgeschlossen.

Ob sie den Eindruck habe, dass Penn die Bewertung des Swap verstanden hatte, wollte Gutachter Christian Imo vor ihr wissen.

„Mir ist ein Finanzdirektor gegenüber gesessen, der an Jahren mehr Erfahrung im Finanzbereich hatte als ich“, sagte S., die heute bei einer anderen Bank arbeitet. „Die Kundenbeziehung zur Stadt Linz war eine sehr wichtige. Ich wollte nicht die sein, die sie aufs Spiel setzt.“ Sie hätte den Swap aber selbst nicht bewerten können, musste Iris S. einräumen. Dafür sei sie nicht zuständig gewesen. Sie habe den Swap damals für Kommunen geeignet gehalten. Auch heute wäre dieser „unter der Voraussetzung, dass man ihn managt und hedgt“, ein geeignetes Produkt. Als Gutachter Imo fragte, ob nicht der Verlust des einen der Gewinn des anderen gewesen sei, stellte Iris S. das in Abrede. S. lieferte sich zeitweise mit dem Gutachter und mit Wolfgang Moringer, dem Anwalt der Stadt, heftige Wortgefechte. Der Richter kalmierte. Später entschlug sich die Zeugin S. der Aussage wie auch andere Zeugen aus den Reihen der Bawag.

Der Grund liegt auf der Hand: Die Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile auch gegen Iris S. und drei weitere Personen aus der Bawag. Sie sollen zur mutmaßlichen Untreue des Linzer Finanzdirektors beigetragen haben. Dem Vernehmen nach werden die Vorwürfe bestritten.

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