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Wirtschaft
06/17/2019

Pleite eines bekannten Wiener Innenstadt-Lokals wegen einer Baustelle

Aufgrund der andauernden Umbauarbeiten ist mit keiner Verbesserung der wirtschaftlichen Situation zu rechnen, der Betrieb wird geschlossen.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Die Innenstadt-Lage dieses Restaurant mit traditioneller Wiener KĂŒche samt Schanigarten ist eigentlich super - gleich gegenĂŒber der Kapuzinengruft, einem Magneten fĂŒr Touristen. Doch in diesem Fall ist die Lage leider ein großer Nachteil.

"Seit dem Jahr 2018 werden am Neuen Markt in Wien, am Unternehmensstandort der Schuldnerin, umfangreiche und langfristige BautĂ€tigkeiten (Fertigstellung 2022) durchgefĂŒhrt. Das hat zur Folge, dass der Neue Markt nicht wie bisher frequentiert wird, was sich dementsprechend negativ auf den Betrieb der Schuldnerin auswirkt", teilt das Unternehmen dem Gericht mit. So mussten UmsatzrĂŒckgĂ€nge verzeichnet werden. Das Unternehmen lukrierte auch keine ausreichenden Einnahmen, um die Verbindlichkeiten bedienen zu können.

Keine Verbesserung in Sicht

"Es ist nicht damit zu rechnen, dass in nĂ€herer Zukunft ZahlungseingĂ€nge verbucht werden. Eine vorĂŒbergehende Zahlungsstockung liegt nicht vor. Eine UnternehmensfortfĂŒhrung ist nicht möglich, zumal aufgrund der Umbauarbeiten und der damit verbundenen LĂ€rm- und SchmutzbeeintrĂ€chtigung mit einem Ausbleiben der GĂ€ste zu rechnen ist. Dies trifft insbesondere auf die Schanigartensaison zu. Im Übrigen ist das Unternehmen bereits geschlossen", heißt es weiter.

Das Handelsgericht Wien hat heute, Montag, ĂŒber das Vermögen der „Ferdinandt“ Gastronomiebetriebs GmbH in 1010 Wien, Neuer Markt 2, besser bekannt unter dem Namen der „Ferdinandt“ ein Insolvenzverfahren eröffnet. Das bestĂ€tigen die GlĂ€ubigerschutzverbĂ€nde KSV1870 und Creditreform dem KURIER.

Der Schuldenberg

Laut Schuldnerangaben bestehen Verbindlichkeiten in der Höhe von 69.000 Euro, davon entfallen 21.000 Euro auf die Finanz, 17.000 Euro auf Lieferanten. 15.000 Euro die Mitarbeiter und weitere 16.000 Euro auf die Wiener Gebietskrankenkasse, Wien Energie und ein Telekom-Unternehmen. Indes soll das Unternehmen mit Exekutionsverfahren konfrontiert sein.

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