Taxi-Demo mit 2.000 Fahrzeugen in Wien

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Wirtschaft
01/23/2020

Pleite eines Taxiunternehmens mit 200 Mitarbeitern

Die Fortführung soll aus dem Bankguthaben, den offenen Kundenforderungen und den laufenden Aufträgen finanziert werden.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Die Anlaufkosten sorgten bei dem 2015 gegründeten Taxi-Unternehmen für wirtschaftliche Turbulenzen, später bekam man dann alles wieder in den Griff. Alleine 2019 wurden 650.000 Euro an Beiträge an die Wiener Gebietskrankenkasse abgeführt.

„Im Sommer, saisonbedingt, aber auch im Hinblick auf die anfallenden Sonderzahlungen (mehr als 200 Dienstnehmer) kam es zu entsprechenden Rückständen bei der Wiener Gebietskrankenkasse, teilt das Unternehmen dem Konkursgericht mit. „In der Annahme, dass das Geschäft mit Ende des Sommers, insbesondere im Herbst, aber auch im Winter entsprechend ansteigen wird, wurde von dritter Seite ein Darlehen in Höhe von 200.000 Euro aufgenommen, um damit Rückstände bei der Wiener Gebietskrankenkasse bezahlen zu können.“

In der Folge sollen die Geschäfte hinter den Erwartungen geblieben sein. Hoffnung gab für das traditionell starke Dezember-Geschäft, insbesondere Weihnachts- und Neujahrsgeschäft.

Dazu kam, dass man nicht damit rechnete, dass der Mitbewerber Uber wieder so rasch auf den Markt zurückkehrt. Und mit „Bolt“ kam ein weiterer Mitbewerber dazu.

Jetzt musste die Astro Taxi GmbH mit Sitz in Wien-Floridsdorf den Weg zum Konkursgericht antreten. Es wurde laut Creditreform ein Konkursantrag eingebracht. Früher war das Unternehmen im Office Park am Flughafen Wien angesiedelt.

Die Höhe der Verbindlichkeiten ist noch wenig bekannt. Zumindest bei der Finanz sollen 12.000 Euro offen sein. Vom aufgenommenen Darlehen sollen noch 190.000 Euro nicht getilgt worden sein. Das Unternehmen verfügt über kein Liegenschaftsvermögen.

Die Fortführung soll vorerst aus einem Bankguthaben und den offenen Kundenforderungen (rund 10.000 Euro) sowie den laufenden Aufträgen finanziert werden. Detail am Rande: Die Geschäftsführerein von Astro Taxi ist auch Geschäftsführerin der Firma Metro Taxi, die im Juni 2018 pleite ging.

Die drei Gesellschafter von Astro Taxi haben mit der Wiener Eco Car GmbH ein weiteres Taxi- und Mietwagenunternehmen, das laut Firmencompass aber nicht von der Insolvenz betroffen ist.