Wirtschaft 22.01.2013

Pleite der Baufirma Bau-Pilz kostet 64 Jobs

Steirischer Betrieb hat 6,9 Millionen Schulden und soll laut KSV1870 geschlossen werden.

Das steirische Unternehmen Bau-Pilz BaugesellschaftmbH hat laut KSV1870 ein Insolvenzverfahren beantragt. Die Baufirma, die 2004 von der Paltentaler Holding übernommen wurde, hatte zuletzt 64 Mitarbeiter. Die Jobs sind nun weg. „Bau-Pilz strebt keine Unternehmensfortführung an. Es ist beabsichtigt, dass schuldnerische Unternehmen zu schließen und zu verwerten“, heißt es im Insolvenzantrag. „Es wird daher ausdrücklich die Schließung des Unternehmens angeregt und die Zustimmung zu einer vom Masseverwalter beantragten Schließung erteilt.“

Die Insolvenzursachen

Im Zuge der Wirtschaftskrise 2008 soll es laut Antrag erstmals zur Verschlechterung der bauwirtschaftlichen Situation im Großraum Liezen gekommen sein. Bau-Pilz erlitt zudem zwei große Forderungsausfälle (Biodiesel Gaishorn 300.000 Euro und Technologiepark Sattledt 200.000 Euro). 2009 wurde eine Großbaustelle (XXX-Lutz Liezen) mit signifikanten Verlusten (mehr als einer Million Euro) abgeschlossen. „Diese waren durch Fehlkalkulation von ehemaligen Mitarbeitern bedingt“, heißt es im Antrag weiter. „Diese Ausfälle konnten wirtschaftlich nicht aufgefangen werden, Kapitalzuführungen durch die Gesellschafter waren erforderlich.“ Trotz dieser Kapitalzuschüsse kam es in der Folge laufend zu Liquiditätsengpässen.

Katastrophenjahr 2012

„Das Jahr 2012 begann mit einer Katastrophe“, heißt es weiter. Forderungsausfälle durch Insolvenzen von Kunden und der Einsturz des Hallendaches der Produktionshalle der Firma Holzbau Gesäuse in Ardning. Auszug aus dem Antrag: „Bau-Pilz hatte für dieses Unternehmen zuletzt Leistungen in Höhe von rund 360.000 Euro erbracht, die nach Insolvenzeröffnung des genannten Unternehmens zur Gänze abgeschrieben werden mussten.“ Im Herbst 2012 soll dann „ein Bauleiter wegen Fehlleistungen“ gekündigt worden sein.

Schlussendlich soll die Hausbank den Konto-Überziehungsrahmen eingeschränkt und schließlich gekündigt haben. „Trotz intensiver Gespräche mit der Hausbank und unter Ausnützung aller Finanzierungsmöglichkeiten der Paltentaler Holding war eine weitere Kapitalzuführung nicht mehr möglich“, wird im Insolvenzantrag klar gestellt.

Die Schulden

Bau-Pilz hat insgesamt 6,92 Millionen Euro Schulden, davon entfallen drei Millionen Euro auf die Hausbank und 2,3 Millionen Euro auf Lieferanten.

Das Vermögen

Die Aktiva werden mit rund vier Millionen Euro beziffert, davon entfallen 2,28 Millionen Euro auf offene Kundenforderungen und 1,5 Millionen Euro auf Liegenschaften.

( Kurier ) Erstellt am 22.01.2013