Penninger: "Ein bis zwei Mrd. mehr für Unis"

Josef Penninger will Österreich zum Biotech-Zentrum machen.
Foto: KURIER/Kristian Bissuti

Diskussion: Biotech-Papst Josef Penninger fordert einen "Kulturwandel" in Österreich hin zu mehr naturwissenschaftlicher Ausbildung.

"Österreich als Zentrum für Biotechnologie" - davon träumt Josef Penninger, einer der renommiertesten heimischen Forscher und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Molekulare Biotechnologie. Dafür allerdings brauche es einen "Kulturwandel, der bereits bei der Jugend beginnt". Penninger kritisierte die fehlende naturwissenschaftliche Ausbildung an den Schulen. Für die Universitäten forderte der Wissenschaftler auf einer Podiumsdiskussion der Plattform Gesundheitswirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich in Kooperation mit Amgen, dem weltweit größten Biotech-Konzern, "ein bis zwei Milliarden Euro mehr für die Universitäten".

Hans Jörg Schelling, Präsident des Hauptverbandes, argumentierte, Innovationen im Gesundheitssystem müssten auch immer einen Nutzen bringen. Er sprach auch die Selbstverantwortung der Patienten an: "Es gibt keine Präventionstablette. Reparatur ist immer teurer als Prävention." Im Gesundheitssystem gebe es "genug Geld, doch es ist schlecht verteilt".

Der grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald kritisierte den "fehlenden Mut zur Risikokapital. Es muss jungen Forschern möglich sein, auf die Nase zu fallen und wieder aufzustehen." Die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely forderte eine Debatte über die ethische Frage, "Was ist eine Innovation im Gesundheitswesen wert?"

Amgen-Österreich-Chef Martin Munte verwies auf das finanzielle Risiko: Amgen investiere jährlich drei Milliarden Dollar in die Forschung - 20 Prozent des Umsatzes. Trotzdem sei nicht sicher, welche Medikamente zugelassen würden.

Der Initiator der Plattform, WKÖ-Experte Martin Gleitsmann, hält eine Kostendämpfung im Gesundheitswesen bei gleichzeitiger Verbesserung der Qualität für möglich. Man brauche ein System mit mehr Transparenz, Qualität und Koordination zum Nutzen der Patienten. Daher müssten Innovationen gefördert werden, die die Behandlungsergebnisse verbessern und die Wirtschaftlichkeit erhöhen.

(kurier) Erstellt am
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