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Garagen
08/22/2014

Parkhaus-Konzern Apcoa plant 15 neue Standorte

In Österreich läuft es für den angeschlagenen, von Gläubigern übernommenen, Konzern gut.

von Kid Möchel

Der angeschlagene Stuttgarter Parkhaus-Konzern Apcoa, bei dem Gläubiger um den US-Fonds Centerbrigde das Ruder übernommen und 440 Millionen Schulden Euro erlassen haben (siehe unten), betreibt in Österreich 126 Garagen.

"Nach den strategischen Portfolio-Bereinigungen der vergangenen Jahre sehen wir die Geschäftsentwicklung in Österreich durchwegs positiv", erläutert Apcoa-Sprecher Tilman Kube dem KURIER. "Wir werden in Österreich heuer 15 neue Standorte eröffnen." Die Stuttgarter legen wert darauf, dass "das operative Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern (Ebitda) in Österreich immer positiv war".

Laut Creditreform sank der Umsatz der Apcoa Parking Austria GmbH (rund 150 Mitarbeiter) im Vorjahr um eine Million auf 20,57 Mio. Euro. Ansonsten liegen nur Zahlen für das Jahr 2012 vor. Das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ’12 betrug minus 1,34 Mio. Euro.

Gläubiger übernehmen Kontrolle

Die Parkgebühren vieler Autofahrer landen künftig in den Taschen von Hedgefonds. Im Zuge einer Entschuldung von Apcoa übernehmen die Gläubiger das Kommando. Sie erlassen Apcoa Parking mehr als 440 Millionen Euro seiner Schuldenlast von 650 Millionen Euro.

Wie die Anteile künftig verteilt sein werden, soll bis Ende Oktober feststehen. So lange halten die Gläubiger still. Der auf Sanierungsfälle spezialisierte US-Fonds Centerbridge werde aber mit rund 50 Prozent der größte Apcoa-Eigentümer sein.

Frische Kredite über 90 Millionen Euro, mit denen nach der Sanierung die nötigen Investitionen finanziert werden sollen, kommen von der Deutschen Bank. Die restlichen Schulden sollen um sechs Jahre verlängert werden. Apcoa-Vorstandschef Ralf Bender sagte, die Entschuldung sei ein entscheidender Schritt, um das Unternehmen wieder auf eine solide finanzielle Grundlage zu stellen.

Für die Sanierung, über die seit fast einem Jahr verhandelt wird, hatte Apcoa zu einem juristischen Kniff gegriffen. Ein Londoner Gericht hatte eingewilligt, dass für die Schulden das britische Recht gelten solle. Damit brauchte Apcoa nicht wie in Deutschland die Zustimmung aller Gläubiger für den Tausch von Schulden in Eigenkapital. Auch die endgültige Einigung soll nach britischem Recht abgewickelt werden: Mit dem sogenannten "Scheme of Arrangement" hatten schon mehrere deutsche Unternehmen wie Rodenstock oder der Spiegel-Hersteller Schefenacker (Visiocorp) ihre Verbindlichkeiten neu geordnet, ohne Insolvenz anmelden zu müssen. Dazu reicht die Zustimmung von 75 Prozent der Gläubiger.

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