Papandreous Volte wird nicht reichen

Papandreous Volte wird nicht reichen
Griechenlands politische Klasse muss einen völlig neuen Kurs einschlagen.

Was Griechenlands Premier Giorgos Papandreou geritten hat, allein und ohne Absprache mit den EU-Granden, ohne seine eigene Regierung und ohne seine eigene Partei ein Referendum über das mühsamst geschnürte Rettungspaket anzusetzen, weiß nur er selbst. Ob schiere Verzweiflung oder schlicht politische Unfähigkeit - Spekulationen darüber sind müßig. Sicher ist nur: Den Preis für diesen Husarenritt, der glücklicherweise schon nach dem ersten Schritt wieder gestoppt wurde, hat Papandreou nun zu zahlen. In Form massiven Machtverlusts - oder, was noch viel wahrscheinlicher ist, seines Abgangs. Sein Rücktritt ist nur eine Frage der Zeit.

Kooperation

Zu hoffen bleibt nur, dass Griechenlands führende Politiker endlich begreifen, dass es nicht nur darum geht, den Kopf des Premiers auszutauschen, sondern eine grundlegende Kursänderung einzuschlagen.

Die Zukunft ihres Landes, mehr noch, die Zukunft des ganzen Euro-Raums steht auf dem Spiel - und sowohl die regierende PASOK-Partei als auch die bis gestern Fundamental-Blockade-Politik betreibende konservative Opposition sollten endlich beginnen zusammenzuarbeiten. Eine Regierung, in der die beiden großen Parteien des Landes gemeinsam an Auswegen aus dem Desaster Griechenlands arbeiten, wäre noch lange nicht die Zauberformel, die morgen alle Griechen glücklich machen würde. Doch zumindest hätten die von schmerzhaften Sparprogrammen ermüdeten Wähler einmal die Gewissheit, dass ihre Politiker nicht nur immer ihre eigene Klientel oder gar ihre eigenen Konten bedienen, sondern das Wohl des ganzen Landes im Auge haben.

Das wäre im Land, das sich brüstet, die Wiege der Demokratie zu sein, eine neue Erfahrung - die nicht nur den Griechen, sondern der ganzen EU zugute käme.

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