Kakaopreise sinken – Marken-Schokohasen trotzdem teurer

Je nach Größe und Marke sind die Preise für Schokohasen 7 bis 29 Prozent höher als vor einem Jahr.
Viele goldene Schokoladenhasen mit roten Bändern und Glöckchen stehen dicht an dicht in Regalen.

Zusammenfassung

  • Kakaopreise sind stark gefallen, doch Marken-Schokohasen wurden zu Ostern deutlich teurer, während Supermarkt-Eigenmarken günstiger wurden.
  • Oster-Schokolade kostet oft deutlich mehr als Standardschokolade, was mit aufwändigerer Herstellung und geringeren Stückzahlen begründet wird.
  • Langfristige Lieferverträge und gestiegene Kosten für Zutaten und Verpackung verzögern Preissenkungen bei Markenherstellern.

Der starke Rückgang der Kakaopreise an den Rohstoffbörsen kommt nur langsam bei den Konsumenten an. Schokolade ist zuletzt teilweise wieder etwas günstiger geworden. Die heimischen Supermarktketten senkten die Preise für ihre Eigenmarken-Schokoprodukte. Die Preise für Osterhasen von Schokolade-Markenherstellern sind allerdings kräftig gestiegen. Hersteller verweisen auf langfristige Lieferverträge für Kakao, Zucker und Nüsse.

Bei einem Preisvergleich wurden Schokohasen der großen Marken Lindt, Milka, Kinder und Ferrero unter die Lupe genommen. Sonderangebote und Eigenmarken wurden nicht berücksichtigt. Die Preise sind je nach Größe und Marke 7 bis 29 Prozent höher als vor einem Jahr, geht aus einer Auswertung der Vergleichsapp Smhaggle für die Deutsche Presse-Agentur hervor. Mit einem ähnlichen Preisanstieg rechnen Marktbeobachter auch für Österreich.

Oster-Schokolade deutlich teurer als Standard-Schokolade

Verbraucherschützer kritisieren immer wieder große Preisunterschiede zwischen Standardschokolade und Schokoprodukten speziell für Ostern, auch innerhalb derselben Marke. So kostete Osterhasen-Schokolade einer Firma um 160 Prozent mehr als die herkömmliche Tafelschokolade derselben Firma, ergab ein im Vorjahr durchgeführter Vergleich des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). Branchenvertreter erklären den Preisunterschied damit, dass Osterfiguren einen viel aufwändigeren Herstellungsprozess als eine glatte, rechteckige Schokolade-Tafel haben und auch in geringeren Mengen produziert werden.

Der Preis für Rohkakao hat sich aufgrund von mehreren Missernten und nervösen internationalen Rohstoffmärkten zwischen 2022 und 2024 fast versechsfacht und ein Rekordniveau von 12.500 Dollar (10.850 Euro) je Tonne erreicht. Die Schokoladenhersteller mussten kräftig die Preise erhöhen und Konsumenten griffen deswegen seltener zu Schokolade. Heuer sind die Börsenpreise von 12.000 auf bis zuletzt rund 3.100 Dollar abgestürzt. Experten erklären den Preisverfall auch mit der schwachen Nachfrage und rechnen sogar mit einem Überangebot. Im langjährigen Vergleich pendelte der Kakaopreis meist zwischen 2.000 und 3.000 Dollar.

Süßwarenhersteller mit langfristigen Kakao-Lieferverträgen

Da die Süßwarenhersteller Rohware längerfristig einkaufen, wirken sich Preissenkungen bei Kakao oder Zucker nicht unmittelbar aus. "Seit Spätherbst 2025 ist der Kakaopreis zwar wieder im Sinken, wir sind jedoch mit den Kontrakten, und damit mit dem deutlich höheren Preis, aus Mitte 2025 noch bis Ende 2026 eingedeckt. Die gesunkenen Kakaopreise können wir somit frühestens Anfang 2027 weitergeben, wenn nicht in der Zwischenzeit nahezu sämtliche Nebenkosten weiterhin steigen", sagte Heindl-Chef Andreas Heindl zur APA. So hätten sich Pistazien um 50 Prozent verteuert, Haselnüsse um bis zu 70 Prozent und Mandeln um 25 Prozent. Darüber hinaus sei der Hersteller mit höheren Preisen bei Kunststoff-Verpackungen und Energie konfrontiert. Das Ostergeschäft hat bei Heindl einen großen Stellenwert und macht rund 20 Prozent des Jahresumsatzes aus.

Manner-CEO Dieter Messner geht davon aus, dass die Kakaopreise mittel- bis langfristig eher wieder steigen werden, nicht zuletzt aufgrund klimatischer Veränderungen in den Anbauregionen. "Als Hersteller profitieren wir nicht automatisch von kurzfristigen Preisrückgängen. Wir arbeiten mit einem Mix aus langfristigen Deckungen und kurzfristigen Kontrakten. Daraus ergibt sich eine Mischkalkulation, die sich deutlich vom aktuellen Börsenpreis unterscheiden kann", sagte Messner. Entlastungen würden, wenn überhaupt, nur verzögert ankommen.

Preise für Schokolade-Eigenmarken der Supermarktketten sinken

Bei Industriemarken haben die Supermärkte nach eigenen Angaben keinen direkten Einfluss auf die Schoko-Preisentwicklung. Bei Eigenmarken hätten die Lebensmittelhändler hingegen ihre Preise gesenkt, ergab ein APA-Rundruf. Spar hat die Preise für die Eigenmarken-Schokolade "S-Budget" gesenkt, "um hier ein Zeichen zu setzen". Billa konnte bei Clever-Tafelschokoladen "teilweise Preisreduktionen von rund 10 Prozent umsetzen". Auch der Diskonter Hofer hat die Preise für Eigenmarken-Schokolade reduziert. Lidl hat im Jänner die Preise auf ausgewählte Schokoladenartikel gesenkt.

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