Kein Teil von Osram soll veräußert werden

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
12/01/2020

Osram-Chef Olaf Berlien geht

Der Manager hatte sich erbittert gegen Übernahme durch österreichischen Konzern ams gewehrt.

Nach der Übernahme durch den österreichischen Konzern ams nimmt Osram-Vorstandschef Olaf Berlien Ende Februar den Hut. Der Aufsichtsrat habe eine "Neuorganisation der Unternehmensführung" beschlossen, teilte der deutsche Lichtkonzern am Dienstag in München mit. Mit Berlien, der seit Anfang 2015 an der Spitze von Osram stand und das Unternehmen massiv umgebaut hat, solle daher über eine vorzeitige Auflösung seines Vertrages Ende Februar verhandelt werden.

Berlien hatte sich zunächst erbittert gegen die Übernahme durch den börsenotierten Sensorspezialisten ams gewehrt, aber am Ende eingelenkt. Über Berliens Abschied war seit Monaten spekuliert worden, er hatte aber Gedanken daran noch vor wenigen Wochen dementiert: Er fühle sich wohl, seine Arbeit mache ihm Spaß.

Sein Nachfolger an der Spitze der ams-Tochter wird ein alter Bekannter: Der ehemalige Osram-Finanzvorstand Ingo Bank, der noch während des Übernahmeprozesses in gleicher Funktion zu ams gewechselt war, soll Berliens Posten mit 1. März 2021 zusätzlich übernehmen. "Olaf Berlien hat mit Osram neue Wege beschritten und dem Unternehmen eine aussichtsreiche Zukunft in der Kombination mit ams ermöglicht", erklärte ams-Chef Alexander Everke.

Auch den Aufsichtsratschef stellen künftig die neuen Eigentümer. ams-Vorstand Thomas Stockmeier, der dem Gremium schon angehört, übernimmt Mitte Dezember dessen Vorsitz. Der ehemalige Infineon-Chef Peter Bauer zieht sich dann nach gut sieben Jahren an der Spitze des Gremiums aus dem Aufsichtsrat zurück.

Das steirische unternehmen hatte Anfang November in einer außerordentlichen Hauptversammlung die Kontrolle über Osram übernommen. 99,8 Prozent des anwesenden Kapitals stimmten damals dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen Osram und ams zu. Osram-Chef Berlien warb bei der HV für den von Kleinaktionären kritisierten Vertrag und meinte, dass die beiden Unternehmen gemeinsam "Weltmarktführer für Sensorik und Photonik werden" könnten.

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