Wirtschaft
18.05.2017

Optimale Ernteerträge durch Infos aus der Erdumlaufbahn

Satelliten liefern den Bauern Daten über das Wachstum der Pflanzen auf den Feldern.

Die Landwirtschaft steht vor massiven Umwälzungen. Smart Farming und Big Data sind zwei Begriffe, die zeigen, wo es im Agrarbereich künftig lang geht. Der massive Informationsgewinn durch neue Technologien wird direkt in Maßnahmen zur Effizienzsteigerung umgesetzt. Das gilt etwa für die Frage, wo der Einsatz von Bewässerungssystemen Sinn macht oder für die richtige Dosierung der Düngemittel am Feld. Der optimale Einsatz von Betriebsmitteln ist Voraussetzung für den ökonomischen Erfolg.

Der neue Datenlieferant für die Bauern in Österreich ist die europäische Weltraumbehörde ESA. Satelliten machen es möglich, dass die ESA bei klarem Himmel alle fünf Tage Informationen über sämtliche Agrarflächen in Österreich liefern kann. "Die Daten werden gratis zur Verfügung gestellt", betont Josef Aschbacher, Direktor für Erdbeobachtung bei der ESA.

Vegetationsindex

Aufbereitet werden die Satellitendaten von der Hagelversicherung. Alle Versicherten haben über die Homepage Zugriff auf die Informationen über das Pflanzenwachstum. Grundlage ist laut Nikolaus Neugebauer, Satelliten-Experten bei der Hagelversicherung , ein sogenannter Vegetationsindex. Je grüner die Fläche auf dem Feld, desto intensiver die Vegetation. Braune und graue Bereiche bedeuten, dass dort wenig wächst. Die Bauern können sofort darauf reagieren. Es ist auch ein Vergleich des Wachstums der jeweiligen Kulturen auf den unterschiedlichen Feldern über einen längeren Zeitraum möglich.

Die Auflösung des Satellitenbildes beträgt zehn mal zehn Meter. Es muss sich also niemand Sorgen machen, dass die Technik für die Überwachung eingesetzt wird. Dafür ist die Auflösung zu gering. Für einen Überblick über die Agrarflächen eines Betriebes ist die Darstellung völlig ausreichend.

Satellit plus Drohne

Zumal auch die Daten vom Satelliten mit den Daten, die durch Drohnen gesammelt worden sind, kombiniert werden können. Drohen liefern zwar keine Übersicht über sehr große Flächen, haben aber eine deutlich bessere Auflösung als der Satellit. Mit diesen Informationen ergibt sich auch ein genaues Bild, ob und in welchem Ausmaß die Pflanzen von Schädlingen befallen sind.

Für die Hagelversicherung, die auch Versicherungen gegen Frost, Sturm, Dürre, Überschwemmung anbietet, ist das Satellitensystem eine deutliche Vereinfachung. Nun können Ernteausfälle rascher und genauer von der Versicherung bearbeitet werden, freut sich der Direktor der Hagelversicherung, Kurt Weinberger. Das System wird auch für Flächen in Ungarn und Rumänien angewendet.