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Aktienmärkte unter Druck: OpenAI könnte Börsegang auf 2027 verschieben

Nach einem Bericht der New York Times gibt es die Überlegung, den Börsengang des ChatGPT-Entwicklers zu verschieben. Ebenso lasten Preiserhöhungen bei Apple und Microsoft auf den Tech-Aktien.
Eine metallische Roboterhand schwebt über einer Tastatur, im Hintergrund ist das OpenAI-Logo zu sehen.

Nach SpaceX von Elon Musk sollte OpenAI der nächste Milliarden-Börsengang des Jahres werden (auch Anthropic plant einen solchen). Doch am Freitag gab es einen gehörigen Dämpfer für Tech-Aktien. Der ChatGPT-Entwickler tendiert laut New York Times dazu, seinen geplanten Börsengang auf das kommende Jahr zu verschieben. Ursprünglich habe das Unternehmen ein Debüt auf dem Parkett für das dritte oder vierte Quartal dieses Jahres ins Auge gefasst.

Angesichts der jüngsten Marktturbulenzen und der Kursverluste von Technologieaktien hätten Berater in der vergangenen Woche jedoch vor einer geringen Nachfrage von Kleinanlegern gewarnt. Sie hätten die Führungsebene vor die Wahl gestellt, mit dem Börsengang bis 2027 zu warten, um die von OpenAI-Chef Sam Altman geforderte Bewertung von 1 Billion Dollar zu erreichen, oder die Zielmarke für ein schnelleres Debüt zu senken. Ein Abrücken von dieser Summe komme für Altman jedoch nicht infrage, sagte einer der Insider.

Investoren hinterfragten zunehmend, ob Firmen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) ihre großen Versprechen einlösen könnten, hieß es. Als abschreckendes Beispiel gelte zudem die Entwicklung bei SpaceX: Das Raumfahrtunternehmen von Tesla-Chef Elon Musk hatte jüngst zwar den bisher größten Gang an die Börse der Geschichte absolviert. Die Aktie rutschte nach einem Höchststand von 202 Dollar jedoch bis Donnerstag auf 153 Dollar ab.

Ein „Opfer“ der OpenAI-Gerüchte ist am Freitag Softbank. Die Aktie der japanischen Beteiligungsgesellschaft sackte am Freitag in Tokio heftig um 12,4 Prozent ab. Der Grund liegt auf der Hand: Wie finanzen.net berichtet, zählt der von Masayoshi Son geführte Technologiekonzern zu den größten Investoren von OpenAI und hat in den vergangenen Monaten Milliardenbeträge in den KI-Pionier investiert. Laut Bloomberg sollen sich die Investitionen bis Oktober auf rund 65 Milliarden US-Dollar belaufen. Ein späterer Börsengang würde zwar nichts am langfristigen Wert der Beteiligung ändern, könnte jedoch den Zeitpunkt möglicher Wertsteigerungen und die Erwartungen der Kapitalmärkte verschieben.

Die Bedenken angesichts hoher Bewertungen rund um Künstliche Intelligenz seien zurück, schreibt der Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Hinzu komme die Sorge vor einer Knappheit von Speicherchips. „Die Stimmung ist gerade dabei, sich zu drehen. Anlegerinnen und Anleger werden generell vorsichtiger. Die Risikoaversion nimmt zu.“

Stimmungskiller

Auf die Stimmung drücken auch Preiserhöhungen bei Apple und Microsoft. Apple hat als Reaktion auf die im KI-Boom gestiegenen Speicherchip-Kosten die Preise für einige Geräte erhöht. Betroffen sind MacBook-Laptops und iPad-Tablets - sowie HomePod-Lautsprecher und die Streaming-Box Apple TV. Die iPhone-Preise lässt Apple zunächst unverändert.

Microsoft macht seine Xbox-Spielkonsolen deutlich teurer. Die Preise sollten ab dem 1. August weltweit um 100 bis 150 Dollar (88 bis 132 Euro) steigen, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Grund dafür seien durch die Bedürfnisse für Künstliche Intelligenz (KI) in die Höhe getriebene Komponentenpreise.

In den USA soll das günstigste Modell - die Xbox Serie S - künftig 500 Dollar kosten. Für die Serie X sollen sogar bis zu 800 Dollar fällig werden. Die neuen Preise für Europa wurden zunächst nicht genannt. Die Series X kostet hier derzeit rund 600 Euro.

Die gesamte Unterhaltungselektronik ist derzeit von Preiserhöhungen bei technischen Komponenten betroffen: In den vergangenen Monaten hatten auch Sony und Nintendo die Preise für ihre Spielkonsolen angehoben.

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