ING-DiBa-Chef Roel Huisman eröffnet am Freitag die erste Filiale in Österreich.

© ING-DiBa Direktbank Austria/APA-

Online-Bank
05/07/2014

ING DiBa zeigt ihr Gesicht

Der Servicepoint in der Rotenturmstraße geht am Freitag in Betrieb. Weitere Zweigstellen seien keine geplant.

von Robert Kleedorfer

Jahrelang hat Österreichs größte Direktbank ING DiBa die Errichtung von Filialen im Land trotz oft geäußerter Kundenwünsche als nicht zielführend abgelehnt. Nun wird dieser Schritt doch gewagt. Am Freitag eröffnet in der Rotenturmstraße in der Wiener Innenstadt eine Niederlassung. „Es war ein langer Weg von On- zu Offline und wir haben extrem großen Respekt davor“, sagt Geschäftsführer Roel Huisman.

In einigen Ländern wie Spanien oder Italien, in denen die ING DiBa als Onlinebank vertreten ist, gibt es bereits Filialen. „Wir wollen unser Direktbank-Modell noch zugänglicher machen“, erklärt Huisman den Schritt. „Die virtuelle Welt hat ihre Grenzen.“

Vorrangige Aufgabe der bis zu acht Mitarbeiter in der Filiale sei in persönlichen Gesprächen die Services der ING DiBa zu erklären und neuen Zielgruppen zu helfen, die letzte Hürde zu nehmen. „Vor allem bei Kreditanträgen ist der Face-to-face-Kontakt vielen Kunden wichtig“, sagt Huisman. Der Standort sei ideal, in der Woche würden bis zu 100.000 Passanten an der Filiale vorbeigehen.

„Wir wollen damit mehr Gesicht zeigen, das ist als Direktbank immer eine Herausforderung“, sagt Huisman. Die ING DiBa bleibe aber eine Direktbank, es handle sich nur um einen neuen Kommunikations- und Servicekanal.

Die 380 m2 große Filiale ist in den Farben der ING DiBa (orange und weiß) gestaltet. Es gibt neben vier Schaltern Self-Service-Kojen, die mit PCs und Druckern ausgerüstet sind. In diesen Bereichen können die Kunden auf ihre Onlineprodukte zugreifen und etwa Überweisungen tätigen.

24 Stunden

An den Schaltern kann sofort nach Vorweisen eines Ausweises ein Sparprodukt abgeschlossen werden. „Nach 24 Stunden ist es verfügbar, weil der Austausch der Daten mit den Kunden über den Postweg entfällt“, sagt Huisman. Zudem gibt es zwei abgetrennte Räume für diskrete Kundengespräche und eine Café-Lounge.
Wer einen Investmentfonds erwerben will, wird jedoch aus rechtlichen Gründen nicht beraten. Zudem ist die Filiale eine bargeldfreie Zone. Huisman: „Wir haben darüber lange diskutiert, aber es passt nicht in unser Grundprinzip, solange wir kein Girokonto anbieten.“ Die Einführung werde immer wieder überlegt, aber noch sei keine ausreichende Kundenmasse für dieses aufwendige Geschäft vorhanden.

Weitere Filialen sind derzeit nicht geplant, denn der jetzige Standort, dessen Errichtung aus dem Marketingbudget gedeckt worden sei, erreiche 28 Prozent der österreichischen Bevölkerung. Sollte sich aber ein „Riesenerfolg“ einstellen, dann würde Huisman umdenken.

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