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Wirtschaft
09/18/2018

OMV: Löscher-Brief für Anlegerschützer Rasinger "unprofessionell"

Sieht aus wie ein "Ego-Problem". Republik soll in ihren Beteiligungen präsent sein.

Vor wenigen Tagen hat OMV-Aufsichtsratschef Peter Löscher den Plan der Regierung kritisiert, mehr Einfluss auf das Unternehmen zu nehmen und deshalb seinen eigenen Abgang mit der nächsten Hauptversammlung angekündigt. Von Anlegerschützer Wilhelm Rasinger erntet Löscher dafür seinerseits Kritik und Unverständnis.

"Wir finden die Vorgangsweise von Herrn Löscher voreilig, unprofessionell und gegenüber dem Unternehmen illoyal", sagte Rasinger, Chef des Interessensverbands für Anleger (IVA), am Dienstag zur APA. Es gebe überhaupt noch keinen Gesetzesentwurf, wie es mit der Staatsbeteiligung weitergehen soll. "Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass es eher ein Ego-Problem ist", so Rasinger. Der frühere Siemens-Chef Löscher sei es wohl gewohnt, als CEO oder als Aufsichtsrat eines großen US-Unternehmens im Mittelpunkt des Interesses zu stehen. Bei der OMV stehe diese Rolle CEO Rainer Seele zu. Das neue, noch nicht im Detail bekannte Konzept nehme Löscher nur als Vorwand für einen Abgang, meint Rasinger.

Grundsätzlich sei es richtig, wenn ein Hauptaktionär in einer Gesellschaft entsprechend vertreten ist, auch wenn es ein staatlicher Eigentümer ist, sagt Rasinger. Die Republik Österreich ist mit 31,5 Prozent größter Aktionär der OMV, gemeinsam im Syndikat mit Abu Dhabis Staatsfonds IPIC kann die Republik auf eine Stimmenmehrheit bauen. Der staatliche Vertreter solle allerdings "kein politischer Funktionär oder Altfunktionär" sein, sondern ein Experte aus der Staatsholding.

Rasinger leitet unverändert die IVA. Der Plan, eine neue Interessensvertretung für Anleger auf Basis einer gemeinnützigen Stiftung auf die Beine zu stellen, in der Rasinger selber dann keine führende Funktion mehr hätte, sei noch nicht verwirklicht. "Bei der Umsetzung hat es Probleme gegeben, weil die Gemeinnützigkeit noch nicht erreicht werden konnte", so Rasinger. In der Zukunft solle die IVA nur mehr für Squeeze-Out-Klagen auf den Plan treten, Rasinger als Beirat in der gemeinnützigen Stiftung auftreten. Bis das neue "Vehikel" operativ ist, bleibt Rasinger als IVA-Chef präsent.

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