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Wirtschaft von innen
02/19/2020

OMV-Chef Seele streicht Managern Dienstwagen und KV-Erhöhungen

Trotz Rekordgewinns - betroffen sind die 50 Senior Vice Presidents direkt unter dem Vorstand. Sie erhalten stattdessen eine Pauschale, die sogenannte "Car Allowance".

von Andrea Hodoschek

Eigentlich müsste die Stimmung in der zweiten Management-Ebene der OMV hervorragend sein. Der börsenotierte heimische Öl- und Gaskonzern fuhr für 2019 einen Rekordgewinn von 2,15 Milliarden ein, die Boni fürs Management sollten nur so sprudeln.

Ein Schreiben von Personalchefin Isabell Hametner sorgte kürzlich jedoch bei den rund 50 Senior Vice Presidents (SVO) für lange Gesichter. Den direkt unter dem Vorstand angesiedelten Managern wurde ohne Vorwarnung mitgeteilt, dass sie künftig bei der Runde der kollektivvertraglichen alljährlichen Lohnerhöhungen nicht mehr dabei sein werden.

Mehr schmerzen dürfte, dass OMV-Boss Rainer Seele den Managern die Dienstautos aufkündigte. Die Direktoren fahren derzeit gehobene Mittelklasse, etwa BMW 5er. Im Lauf der nächsten drei Jahre, je nach Auslaufen der Leasingverträge, werden die Firmenfahrzeuge eingezogen.

"Car Allowance"

Stattdessen erhalten die Betroffenen eine „Car Allowance“, eine Abgeltungspauschale. Mit diesem Gehaltszuschuss können die Mitarbeiter selbst ein Auto nach freier Wahl kaufen oder leasen, das Fahrzeug kann für dienstliche und private Zwecke genutzt werden.

„Das Unternehmen erspart sich künftig das aufwendige Fuhrparkmanagement“, bestätigt OMV-Sprecher Andreas Rinofner gegenüber dem KURIER. Die Manager hätten den Vorteil, dass sie sich ein Auto nach freier Wahl zulegen könnten. Bequemer sind freilich Dienstautos, um deren Service und Instandhaltung sich das Fuhrparkmanagement kümmert. Wie hoch die „Car Allowance“ ausfällt, wollte Rinofner nicht beziffern.

Den Vorstand betrifft diese Neuregelung nicht, Seele und seine drei Kollegen behalten ihre Dienstautos samt Fahrern.

"International nicht üblich"

Die Streichung der KV-Erhöhungen begründet der OMV-Sprecher damit, dass diese jährlichen Lohnsteigerungen eine österreichische Tradition und international für Manager nicht üblich seien. Das Entlohnungsmodell der OMV sei sehr stark leistungsorientiert. Zum fixen Grundgehalt addiert sich der variable Anteil, abhängig von der Zielerreichung. Dazu kommen die langfristigen Aktienprogramme (LTI). Für Vorstände gab’s nie eine KV-Erhöhung.

Die Senior Vice Presidents der OMV erhalten Monatsgehälter zwischen rund 17.000 und 25.000 Euro, je nach Vertrag 14 oder 15 mal jährlich. Die Gagenhöhe hängt von der Ergebnis-Relevanz des jeweiligen Managementbereichs ab.