© dpa/Bernd Thissen

Studie
10/21/2013

Oetker als Profiteur und Stütze des NS-Regimes

In Firmen, an denen Oetker Beteiligungen hielt, profitierte man vom Zwangsarbeitersystem.

Spät, aber doch, hat nun auch der deutsche Oetker-Konzern seine Rolle während des Nationalsozialismus aufgerollt. Das Ergebnis: Die Bielefelder Unternehmerfamilie hat kräftig vom Regime profitiert. Zugleich war sie aber auch eine wichtige Stütze. Das ist die Grundaussage einer von August Oetker, dem Sohn Rudolf-August Oetkers, in Auftrag gegebenen Studie, die am Montag präsentiert wird.

Der Autor, Professor Andreas Wirsching, Direktor des Instituts für Zeitgeschichte in München, kommt darin zum Schluss, dass der damalige Oetker-Chef Richard Kaselowsky wirtschaftliche Interessen mit der Nazi-Ideologie verbunden habe. Kaselowsky war der zweite Mann von Ida Oetker, Witwe von Firmengründer Rudolf Oetker. Kaselowsky und Ida Oetker starben 1944 bei einem Bombenangriff und Idas Sohn Rudolf-August übernahm mit 28 Jahren die Leitung. Er war freiwilliges Mitglied der Waffen-SS und wusste von den Konzentrationslagern.

Der Oetker-Konzern hat laut Wirsching vom Zwangsarbeitersystem profitiert, allerdings nur in Firmen, an denen Oetker Beteiligungen hielt, nicht im Stammwerk. Im Jahr 2000 beteiligte sich das Unternehmen am Entschädigungsfonds für ehemalige Zwangsarbeiter. „Mein Vater war Nationalsozialist“, sagt August Oetker über Rudolf August, der bis zu seinem Tod 2007 gegen eine historische Studie sein Veto eingelegt hat.

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