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Wirtschaft
11/23/2020

Österreichs Transporteure wollen beim Klimaschutz Gas geben

Viele Maßnahmen kommen der Branche zu langsam, das Verkehrsministerium sieht das anders.

Österreichs Transporteure fühlen sich in die Zukunftspläne der Politik für den österreichischen Verkehr zu wenig eingebunden. Vor rund einem Monat haben sie im Rahmen eines Mobilitätsplans ein Bündel an Forderungen an die Regierung gerichtet. Auf eine Antwort warten sie bis heute vergeblich, sagt Alexander Klacska, Obmann der Bundesparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO).

Große Herausforderungen

Dabei gibt es in diesem Bereich große Herausforderungen. Obwohl das Verkehrsaufkommen steigt, soll bis 2040 in diesem Bereich Klimaneutralität erreicht werden. „Die Politik wird Antworten geben müssen“, sagt Klacska. Zum Beispiel, wie man mit infrastrukturellen Engpässen umgehen wird.

Einen solchen befürchtet er im Schienengüterverkehr. In den kommenden Jahren sollen mehr als 17 Milliarden Euro in die Schiene investiert werden. Laut Klacska sind davon jedoch „nur“ 530 Millionen für den Schienengüterverkehr vorgesehen. Er will hier mehr Engagement sehen.

Beim Einsatz von alternativen Energien im Straßengüterverkehr brauche es ebenfalls eine Beschleunigung. Mit Flüssiggas betriebene Lkw sollten eine Mauterleichterung bekommen. „So, wie in Deutschland. Dort gehen die Zulassungszahlen nach oben“ sagt Klacska.

Viel Papierarbeit

Ein weiteres Anliegen der Transporteure: der Einsatz von Lang-Lkw. Seitens der Politik gebe es Vorbehalte gegen diese, doch seien sie nicht schwerer und sollten nur auf bestimmten Routen eingesetzt werden. „Dadurch könnte man aus drei Fahrten zwei machen“, erklärt Klacska. Auf Transitrouten, wie in Tirol, könnte das für Entlastung sorgen.

Aufholbedarf sieht er auch im Bereich Digitalisierung. Zwar seien die Unternehmen hier schon „mitten drinnen“, etwa beim Datenaustausch mit den Kunden, doch gebe es immer noch viel Papierarbeit, vor allem in Bezug auf Fahrzeugkontrolle und Lenkerausbildung. „Hier gibt es noch viel Bürokratie, da könnte man vieles einfacher machen“, meint der Bundesobmann.

Andere Lösungen

Das Verkehrsministerium hat zwar noch nicht geantwortet, sich aber mit den Forderungen der Transporteure auseinandergesetzt. Die Planungen der WKO seien ein Element in der Erstellung des im Regierungsprogramm angekündigten Mobilitätsmasterplans 2030, heißt es gegenüber dem KURIER.

Die WKO verfolge jedoch andere Lösungswege, die aus Sicht des Ministeriums nicht ausreichend seien. Flüssiggas und Lang-Lkw würden nicht zu den vorrangigen Maßnahmen zählen. Man müsse gesamte Verkehrsketten neu überdenken und sich fragen, wo welcher Verkehr in Zukunft überhaupt noch nötig sei.

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