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Chronik Oberösterreich
11/23/2020

Apfel essen und damit das Klima schonen

14 Kilo Äpfel verzehren Herr und Frau Österreich pro Kopf und Jahr. Jetzt ist die beste Zeit für einen Einkauf beim regionalen Obstbauern

von Claudia Stelzel-Pröll

Die Ernte ist abgeschlossen, das Obst ist in den Lagern, die Zweige der Apfelbäume sind leer. „Der Ertrag war heuer leider nicht der beste. Durch Frost wurde ein Teil unserer Ernte zerstört. Trotzdem haben wir genug Vorräte“, sagt Franz Allerstorfer. Der Obstbauer mit landwirtschaftlichen Flächen in Feldkirchen an der Donau ist gleichzeitig Obmann aller Obstbauern in Oberösterreich. Ausreichende Feuchtigkeit und mäßige Sommertemperaturen begünstigten aber die Entwicklung jener Früchte, deren Blüten sich unbeschadet entwickeln konnten. Sortentypische Aromen und ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis sind also die geschmacklichen Merkmale der heurigen Ernte.

450 Hektar Fläche

„Rund 100 oberösterreichische bäuerliche Familien kultivieren auf ca. 450 Hektar Intensivobstflächen Tafeläpfel für den heimischen Markt. Gerade in Zeiten der Corona-Krise ist die regionale Versorgung mit Obst besonders wichtig“, sagt die Präsidentin der Landwirtschaftskammer (LK) OÖ, Michaela Langer-Weninger.

„Und das merken wir auch bei den Konsumenten. Das Verständnis und die Wertschätzung für regionale Produkte wächst spürbar. Wer also direkt beim Bauern ab Hof, auf Bauern- oder Wochenmärkten seine Äpfel kaufen will, kann das in jeder Region tun. Jeder findet in erreichbarer Nähe seinen Apfelbauern“, verspricht Allerstorfer.

Der Apfel ist und bleibt das Lieblingsobst der Österreicherinnen und Österreicher, rund 14 Kilogramm werden pro Kopf und Jahr verspeist.

„Wir haben 15 verschiedene Sorten im Angebot, es gibt aber natürlich die beliebten Klassiker wie Gala, Elstar, Fuji oder Jonagold“, erklärt der Obstbauer. Seit 50 Jahren bewirtschaftet seine Familie den Hof mit den dazugehörigen Flächen.

Kauf entscheidet

Aufgrund guter Lagermöglichkeiten gibt es das ganze Jahr über Äpfel aus heimischer Produktion. „Es entscheidet also wirklich der Konsument, die Konsumentin, ob die Herkunft des Apfels beim Einkauf beachtet wird. Wer regionale Produkte kauft, stärkt die heimischen Obstbauern und somit die Obstproduktion vor Ort“, appelliert LK-Präsidentin Langer-Weninger: „Mit unserem Einkaufsverhalten stimmen wir gleichzeitig auch über Klimaschutz und die Corona-Krisenbewältigung ab.“

Ein echter Wunderwuzzi mit Geschmack

Der Apfel kann als echtes „Superfood“ bezeichnet werden. Mit seinem hohen Anteil an Frucht- und Traubenzucker ist er wesentlich gesünderer Energielieferant als Schokolade & Co. Der hohe Wassergehalt von 85 Prozent macht ihn zu einer kalorienarmen Zwischenmahlzeit: 100 Gramm Apfel haben nur 55 Kalorien.
Die beiden Ballaststoffe Pektin und Cellulose wirken cholesterinsenkend und verdauungsfördernd.
Wer diesen Wunderwuzzi verspeist, nimmt allerhand sekundäre Pflanzenstoffe zu sich, die wiederum das Immunsystem stärken und das Herz schützen. Vitamine und Mineralstoffe gibt es als Bonus obendrauf.

Schutz fürs Klima

Die heimische Produktion von Tafeläpfeln bindet je Kilogramm Apfel ca. sieben Kilogramm Kohlendioxid. Eine Tropenfrucht verbraucht hingegen schon auf dem Transportweg je Kilogramm fünf Kilogramm Kohlendioxid. „Wer zu heimischen Äpfel greift, ist ein Klimaschützer“, sagt die Präsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ, Michaela Langer-Weninger. Deshalb gilt es beim Kauf umso mehr auf die Herkunft zu achten. Aktuell gibt es in Supermärkten neben heimischen Äpfeln auch welche aus Chile.

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