Wirtschaft
21.02.2018

Babyartikelhersteller MAM eröffnet Werk in Thailand

Die Firma MAM aus Ottakring will in Asien besser Fuß fassen.

Jede Sekunde verkauft der österreichische Babyartikelhersteller MAM zwei Schnuller. Jedes Jahr gehen 70 Millionen Produkte über den Ladentisch. Das macht die Firma aus Ottakring zum Markführer in vielen Ländern, darunter Großbritannien, den USA oder Schweden. Um auch im lukrativen asiatischen Raum besser Fuß zu fassen, hat MAM jetzt eine Produktionsstätte in Thailand eröffnet (siehe Bild unten).

220 Mal um die Welt

Im neuen Werk in Kabin Buri, einem Landkreis östlich von Bangkok, werden ab sofort Kunststoffteile, die bisher zugekauft wurden, selbst produziert. Großer Wert wurde dabei auch darauf gelegt, bei der Herstellung der Babyprodukte den kleinstmöglichen CO2-Fußbabdruck zu hinterlassen. Gemeinsam mit dem österreichischen Ingenieurbüro Oberhumer wurden die Raumklimatisierung, die Prozesskühlung und die großflächige Photovoltaik-Anlage geplant und auf ihre Energieeffizienz abgestimmt. Obwohl alle Arbeitsräume klimatisiert wurden, spart das Werk pro Jahr 1070 Tonnen CO2 ein – damit könnte man 220 Mal mit dem Auto um den Äquator fahren.

Die Entscheidung, sich in Thailand niederzulassen, kommt nicht von ungefähr. MAM-Geschäftsführer Peter Röhrig erklärt: „Wir sehen in Asien großes Zukunftspotenzial. Umso mehr Sinn macht es, direkt vor Ort zu investieren.“ Der südostasiatische Staat ist für MAM allerdings kein Neuland, im Süden fertigt das Unternehmen in Hat Yai bereits seit mehr als 15 Jahren Produkte aus reinem Naturlatex. Dies habe die Planung der neuen Anlage maßgeblich erleichtert. Man kenne die thailändische Arbeitskultur und wisse daher genau, worauf die Mitarbeiter Wert legen. Sogar ein kleiner buddhistischer Tempel sei auf dem neueröffneten Werksgelände zu finden, so Röhrer.

Weniger Kinder, mehr Geschäft

Trotz der Expansion nach Asien bleiben Europa und USA, wo zusammen rund drei Viertel des Umsatzes erwirtschaftet werden, für MAM die wichtigsten Märkte. Dass Frauen in diesen Regionen heute weniger Kinder als früher bekommen und auch immer später, stört Röhrig nicht. Für ihn gilt: Je weniger Kinder eine Familie hat, desto besser das Geschäft. Er erklärt: „Im Westen sind Frauen bei der Geburt des ersten Kindes fast überall älter als 30 Jahre. Das ist unsere Zielgruppe. Sie wollen das Beste für ihr Kind und haben meist die finanziellen Mittel, nicht auf den Preis schauen zu müssen.“

Markus Ponweiser