Österreicher wirtschaftlich selbstbewusst

Die Österreicher glauben an die wirtschaftliche Stärke ihres Landes.
Foto: EPA/Robert Jaeger

IMAS-Umfrage: Die Österreicher glauben, dass ihr Land besser durch die Krise kommt als alle anderen EU-Staaten.

Was die eigene wirtschaftliche Stärke betrifft, strotzen die Österreicher vor Selbstbewusstsein. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS. 64 Prozent der Befragten stuften dabei das eigene Land als "krisenfest" ein und glauben, dass es besser als alle anderen in der EU durch die Krise kommt. Nur jeder Fünfzigste zählt Österreich zu den Wackelkandidaten der Union. Damit gestehen sich die Österreicher sogar eine höhere Bonität zu als dem benachbarten Wirtschaftsriesen Deutschland, das auf 62 Prozent Nennungen kam. Ein Ergebnis derselben Umfrage: Nur noch eine Minderheit glaubt, dass die Mitgliedschaft in der Europäischen Union einen Nutzen bringt. IMAS befragte Ende Juli/Anfang August insgesamt 1.015 repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ab 16 ausgewählte Personen.

Weit oben im Ranking krisenfester Staaten rangieren auch Schweden, Luxemburg, Frankreich, die Niederlande und Dänemark. Deutlich geringer fällt das Urteil über die wirtschaftliche Stärke bei Großbritannien, Finnland und Belgien aus. Bei den restlichen EU-Mitgliedern sind die Österreicher zumeist skeptisch. Die Sorgenkinder werden nicht ganz überraschend von Griechenland mit 74 Prozent Nennungen angeführt, gefolgt von Italien, Spanien, Portugal, Irland und Rumänien.

EU-Mitgliedschaft bringt keine Vorteile

Nur 27 Prozent glauben, dass Österreichs Beitritt zur EU dem Land einen Vorteil gebracht hat. 50 Prozent bezweifeln das. 52 Prozent sind der Ansicht, die Mitgliedschaft zur EU sei zumindest nicht besonders wichtig. Der Anteil der Personen, die der Zugehörigkeit zur EU eine prinzipielle Bedeutung beimessen, ist auf aktuell 36 Prozent zurückgegangen. Zu Beginn des Jahrhunderts lag er noch um zehn Prozentpunkte höher.

Für IMAS reichen die Ursachen dieser Stimmung weiter zurück. Denn bereits bei einer Umfrage im heurigen März erklärten 71 Prozent, die Interessen Österreichs kämen in der EU viel zu kurz. Nur 19 Prozent sagten von sich: "Ich fühle mich mehr und mehr als Europäer". Eine Mehrheit von 51 zu 39 Prozent widersprach der Ansicht "Wir sollten mehr für den Zusammenschluss Europas tun".

(apa / js) Erstellt am
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