Michaela Reitterer.

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Wirtschaft
05/11/2020

ÖHV-Präsidentin Reitterer begrüßt Erleichterungen, hofft auf mehr

In nächsten Wochen mehr Klarheit, ob viele Hotels tatsächlich am 29. Mai öffnen können.

Am Freitag öffnet die Gastronomie in Österreich unter strengen Vorgaben in der Coronakrise wieder ihre Pforten, zwei Wochen später folgt die Hotellerie. Nach Bekanntgabe eines Wirtshaus-Pakets der Bundesregierung am Montag für die Gastronomie sprach die Präsidentin der österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer, im Ö1-Mittagsjournal über die Entlastungen. Sie hofft auf mehr.

"Es ist zumindest eine Erleichterung. Es ist, glaube ich, wichtig und richtig, dieses Paket auf den Weg zu schicken wiewohl wir uns auch freuen, wenn noch weitere Pakete folgen werden", sagte Reitterer am Montag in der ORF-Radiosendung. Die geringere Steuer auf alkoholfreie Getränke spüre der Gastronom natürlich erst mit einer Zeitverzögerung. "So gesehen ist es nicht gleich und sofort die große Erleichterung, aber danke, dass es überhaupt etwas gibt. Ich glaube, dass es keine leichte Zeit werden wird."

Das Aufkommen sei in der Gastronomie ein nicht so großes wie in der Hotellerie. "Die Frage wird auch sein, und das kann man erst dann, wenn aufgesperrt ist, bewerten: Wie viele Leute werden essen gehen? Wie lange werden sie sitzen können, wie viel werden sie auch konsumieren? Das ist eine Unbekannte, mit der wir alle nicht rechnen können." Man müsse sich die ersten zwei, drei Wochen anschauen, dann wisse man mehr.

Grundsätzlich ortet Reitterer schon eine positive Stimmung in der Öffentlichkeit, allerdings seien die nächsten Wochen für die Unternehmen sehr schwer einzuschätzen. "Reservierungen bitte im Vorhinein, weil die Planbarkeit dann eine bessere ist, man sich auch bei den Bestellmengen besser orientieren kann. Jede Reservierung erleichtert dem Wirt das im Moment sehr unsichere tägliche Geschäft", hofft die ÖHV-Präsidentin auf Kooperation der Gäste. Das Thema Angst vor Ansteckung sieht sie hingegen nicht mehr vordergründig, auch in Baumärkten und Möbelhäusern habe es ein Gedränge gegeben.

Neben den Steuererleichterungen gibt es ja auch andere finanzielle Unterstützungen, die teilweise noch nicht bei den Unternehmern angekommen sind. "Diese Maßnahmen wurden sehr schnell kreiert und aus dem Boden gestampft, die Banken konnten mit ihren Regularien nicht so schnell mitziehen. Ich kenne nicht sehr viele Betriebe, bei denen das Geld schon gelandet ist. Alle hoffen, dass es jetzt rasant voran geht", so Reitterer.

Für die Hotellerie und die Tourismusbranche ist die Orientierungslosigkeit freilich noch größer, denn hier spielt ja auch die unsichere Lage in Sachen Grenzöffnungen eine Rolle. Niemand kann die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie im Ausland prognostizieren. "Wir müssen auch zwischen der Stadt- und der Ferien-Hotellerie unterscheiden: Nicht zu wissen, ob Grenzen auch für andere europäische Länder aufgehen werden oder nicht, macht für uns die Planbarkeit schwierig."

Viele Betriebe haben laut Reitterer noch nicht entschieden, ob sie tatsächlich am 29. Mai oder etwa zwei Wochen oder gar ein Monat später aufsperren. "Da hoffen wir, dass in den kommenden zwei Wochen ein bisschen mehr Klarheit herrschen wird, womit wir rechnen können." Einige Kollegen hätten ihr jedenfalls schon jetzt versichert, dass sie überhaupt erst im Herbst aufsperren werden.

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