Öffnung des Handels: Erster Tag bringt Andrang bei Baumärkten

Öffnung des Handels: Erster Tag bringt Andrang bei Baumärkten
Ruhigerer Start bei kleinen Händlern. WKÖ hofft auf Normalisierung und baut weiter auf Vernunft der Kunden.

Am ersten Tag der teilweisen Wiederöffnung im Handel nach der vierwöchigen Schließung aufgrund der Coronavirus-Krise ist es vor allem bei Baumärkten und Gartencentern zu einem regelrechten Ansturm gekommen, während das Geschäft bei den anderen Händlern eher mäßig anlief. In Anbetracht des Andrangs in Baumärkten appellierten Branchenvertreter und Regierung vor allem an die Vernunft der Kunden.

Bei diesen stand heute offenbar die Versorgung von Heim und Garten mit neuen Utensilien an oberster Stelle. In den sozialen Medien kursierten Videos von langen Schlangen vor einer Wiener Hornbach-Filiale. Auch in vielen Bundesländern nutzten Kunden den ersten Tag der Öffnung, um sich mit Blumenerde und Heimwerker-Materialien einzudecken - zumindest in der Früh.

Vor einem großen Baumarkt in Pasching bei Linz waren die Parkplätze gut gefüllt - ebenso die Einkaufswagen der Kunden. Schlangen vor dem Eingang soll es in der Früh gegeben haben, am Vormittag waren aber keine zu beobachten. Bei einem Baumarkt (Obi) in St. Florian bei Schärding war der Parkplatz Dienstagmittag voll, dass so mancher unverrichteter Dinge wieder Abfuhr. Am Eingang gab es Masken und Händedesinfektion, Einkaufswagen zur Abstandskontrolle.

Auch vor diversen Grazer Bau- und Gartencentern bildeten sich in der Früh und auch noch zu Mittag Schlangen vor den Eingängen, allerdings weniger aufgrund eines großen Andrangs, sondern wegen der Vorkehrungen gegen mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus. Ähnliche Bilder zeigten sich in Niederösterreich, Kärnten oder Vorarlberg.

Trotz des großen Ansturms am ersten Tag bauen die Branchenvertreter auf die Vernunft der Kunden. "Bei jenen Geschäften, die am ersten Tag der Öffnung einen Kundenansturm verzeichnen, wird sich die Frequenz wieder auf ein übliches Maß einpendeln," so der WKÖ-Obmann der Bundessparte Handel, Peter Buchmüller, laut Aussendung vom Dienstag. Auch die Regierung hat heute im Rahmen der täglichen Pressekonferenz die Bevölkerung ersucht, nicht gleich am ersten Tag die Geschäfte zu stürmen. "Die Baumärkte bleiben offen. Man muss nicht alles heute besorgen", sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Dienstag.

Abseits der Bau- und Gartengeschäfte zeigte sich jedoch ein etwas anderes Bild. Insbesondere kleine Händler - Mode-Boutiquen, Delikatessengeschäfte, kleinere Buchhandlungen - verzeichneten einen eher ruhigen ersten Handelstag nach der vierwöchigen coronavirus-bedingten Schließung, wie ein APA-Lokalaugenschein in mehreren Bundesländern ergab. Dementsprechend gibt es in einigen Geschäften nur verkürzte Öffnungszeiten. Hinzu kommt, dass nicht alle Händler, die ab heute theoretisch wieder öffnen könnten, dies auch tun oder tun können. Denn für einige Geschäfte - beispielsweise solche, die stark vom Tourismus abhängig sind - wäre es derzeit ein Verlustgeschäft, ihre Filialen wieder aufzusperren.

Auch bei größeren Handelsketten ist das Ausmaß der Betroffenheit von dem gestaffelten Wieder-Hochfahren der Wirtschaft höchst unterschiedlich. So kann beispielsweise der Buchhändler Thalia laut eigenen Angaben auf der Homepage vorerst nur 5 seiner insgesamt 38 Filialen in Österreich wieder öffnen - nämlich die, deren Verkaufsfläche unter 400 Quadratmetern liegt. Bei Libro sind es dagegen rund 100 Filialen, die wieder geöffnet werden können. Auch der Unterwäsche-Händler Palmers wirbt damit, dass "fast alle" Filialen wieder geöffnet seien - beispielsweise sind in Wien ab heute laut Palmers-Homepage wieder 28 von 41 Filialen offen.

Seit heute dürfen laut Daten der Wirtschaftskammer wieder rund 30.000 Geschäfte offen haben - die Zahl inkludiert auch jene Geschäfte, die nicht von den Schließungen aufgrund der Corona-Krise betroffen waren, mit Ausnahme der Tankstellen, hieß es auf APA-Anfrage von der WKÖ.

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