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Wirtschaft von innen
06/18/2021

Personalrochade bei den ÖBB: ÖVP-nahe Vorstandsdirektorin wird nicht verlängert

Sie soll aber im ÖBB-Konzern bleiben. Auch in den Teilkonzernen gibt es neue Posten zu besetzen, Hearings ab nächster Woche.

von Andrea Hodoschek

 Eine Entscheidung über den Vorstand des Personenverkehrs, einen der großen Teilkonzerne der ÖBB, ist dem angespannten Klima zwischen Türkis und Grün sicher nicht zuträglich. In den Tochterfirmen der Staatsbahn ist derzeit personell viel in Fluss. Etliche Vorstands- und Geschäftsführerposten sind ausgeschrieben. Die Hearings sollen in den nächsten zwei Wochen stattfinden, bis Ende Juni, spätestens Anfang Juli sollen die Aufsichtsräte über Verlängerungen und/oder Neubestellungen entscheiden.

Der mit  jeweils rund 330.000 Euro (inkl. Boni) dotierte Vorstand der Personenverkehr AG (PV) jedoch ist noch gar nicht ausgeschrieben. Trotzdem gilt bereits als fix, dass Michaela Huber nicht länger in der obersten Führungsetage bleiben soll. Angeblich auf Wunsch der grünen Klima-Ministerin Leonore Gewessler, wird kolportiert. „Die Entscheidung obliegt den Aufsichtsräten“, heißt es dazu aus dem Ministerium. Vorsitzender ist Holding-Vorstand Andreas Matthä, SPÖ-nahe.

Der Vertrag der 46-Jährigen Huber wäre mit 1. August abgelaufen und beinhaltet eine zweijährige Verlängerungsfrist. Huber wurde aber nur um ein halbes Jahr verlängert. Mit März 2022 läuft dann zeitgleich auch der Vertrag ihres PV-Vorstandskollegen Heinz Freunschlag ab, dem bahnintern beste Performance attestiert wird. Seine Verlängerung dürfte fix sein, er wird zu den Vertrauten des blauen Holding-Vorstands Arnold Schiefer gezählt.

Huber wird der ÖVP zugerechnet. Sie war Pressesprecherin bei den ehemaligen schwarzen Ministern Strasser, Prokop und Platter, anschließend etliche Jahre Kommunikationschefin in der OMV.

Sie sei ein politisches Bauernopfer, wird jetzt in ÖVP-Kreisen kritisiert. Die Türkisen haben sich aber offenbar nicht sonderlich stark gemacht für die Managerin. Im Gegensatz beispielsweise zum Aufsichtsratsjob der Wirtschaftsanwältin Edith Hlawati bei der E-Control. Die Behörde war sogar wochenlang ohne Aufsichtsrat, bis sich die ÖVP mit der Verlängerung ihrer Vertrauten bei Gewessler durchgesetzt hatte, der KURIER berichtete. Die traditionell stark rot dominierte ÖBB hat die ÖVP nie so stark interessiert wie etwa die Staatsholding ÖBAG, außer es ging ums Bahn-Bashing.

Huber soll jedenfalls weiter bei der Staatsbahn bleiben, halt nur in einer anderen Funktion.

Keine Sorgen um ihre Position muss sich offenbar Silvia Angelo machen, Vorstandsdirektorin im Infrastruktur-Teilkonzern. Ihre Wiederbestellung dürfte gesichert sein. Noch offen ist, wen sie als neuen Vorstandskollegen bekommt, Franz Bauer geht in Pension. Angelo gilt als SPÖ-nahe, sie war für den ÖGB in Brüssel und vor der Staatsbahn Leiterin der Wirtschaftspolitik in der Wiener Arbeiterkammer.

Auch noch vakant ist der Vorstand der Rail Cargo, des Güterverkehrs. Ebenfalls noch offen sind die Geschäftsführungen der ÖBB-Immobilienmanagement und der Security- und Reinigungstochter Mungos mit immerhin 1.500 Mitarbeitern.

andrea.hodoschek

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