Wirtschaft
28.03.2018

Oberbank stockt die Dividende und die Zahl der Filialen auf

Nach dem achten Rekordjahr in Folge sieht Oberbank-Chef Franz Gasselsberger die Kriegskasse gut gefüllt.

Beschleunigen kennt Franz Gasselsberger bestens, wenn er Marathon läuft. Jetzt drückt er aber auch als Boss der Oberbank aufs Tempo – vor allem beim Ausbau des Filialnetzes in Deutschland. Acht Filialen sollen hier heuer dazukommen. Als neue Märkte will Gasselsberger Sachsen, Sachsen-Anhalt und Baden Württemberg erobern. Auch in Hessen will der Oberösterreicher ausbauen. Soll die Oberbank in die hessische Bankmetropole Frankfurt einziehen? „Nein. Im 27. Stock eines Hochhauses in Frankfurt will ich nicht einmal begraben sein“, schmunzelt der Banker. Dafür zieht es ihn nach Hanau, eine 98.000-Einwohner-Stadt unweit von Frankfurt.

Während andere Geldhäuser Filialen sperren und Mitarbeiter abbauen, tut Gasselsberger genau das Gegenteil. „Weil ich kein Kostenproblem habe“, sagt er. Die Zahlen, mit denen er das untermauern kann: Im Vorjahr schaffte die Bank das achte Rekordergebnis in Folge. Der Überschuss (nach Steuern) legte um 10,6 Prozent auf 200,5 Millionen Euro zu. Die Cost-Income-Ratio sank von 50,8 auf 49,9 Prozent. Diese Kennzahl für die Relation von Kosten und Ertrag zeigt, wie effizient gewirtschaftet wird – je kleiner der Wert, desto effizienter. Im Durchschnitt der Branche liegt er übrigens bei 66 Prozent. Der Risikopolster (im Fachjargon Kernkapitalpolster genannt) ist mehr als 17 Prozent dick.

Höhere Dividende

Bei den guten Ergebnissen kann Gasselsberger auch die Aktionäre „bei Laune halten“, wie er die Erhöhung der Dividende von 65 auf 90 Cent je Aktie umschreibt. Freuen dürften sich die Anleger aber auch über den Kurs der Oberbank-Aktie: Der ist im Vorjahr um 37 Prozent gestiegen.

Für das laufende Geschäftsjahr würde es der Bank-Chef schon als Erfolg sehen, wenn er das Vorjahresergebnis noch einmal schaffen würde. „Im Vorjahr waren die Rahmenbedingungen wirklich außergewöhnlich günstig“, sagt Gasselsberger. Die Wirtschaft insgesamt lief gut, an den Finanzmärkten gab es keine heftigen Ausschläge. Die Unternehmen würden „unglaublich viel Liquidität erwirtschaften“, das sei auch ein Grund, warum die Kreditnachfrage nicht noch mehr zugelegt habe. Der Bestand an Firmenkrediten stieg im Vorjahr um 7,1 Prozent.

Das Kreditrisiko werde sich wieder normalisieren (also steigen), noch spüre man aber keine Trendwende, meint der Banker. Sorgen bereitet ihm auch umgesetzte oder angedrohte Handelsbarrieren. Auch von weicheren Regularien für Banken, wie sie in den USA angedacht werden, könnten Gefahren für die Finanzwelt ausgehen.