Wirtschaft
13.11.2016

Nur 10,1 Minuten zum Job und 25,4 Stunden fürs Lernen

Die Raiffeisen Bankengruppe hat untersuchen lassen, wie es um ihre Mitarbeiter steht.

Beneidenswert, werden sich viele Pendler denken: Mitarbeiter der Raiffeisen-Bankengruppe brauchen im Durchschnitt nur 10,1 Minuten, um ihren Arbeitsort zu erreichen. Hin und zurück ersparen sie sich im Vergleich zu allen Beschäftigten in Österreich 17 Minuten Wegzeit pro Arbeitstag. Das spart nicht nur tonnenweise CO2, sondern ist als gewonnene Freizeit auch in barer Münze auszudrücken. Ökonom Christian Helmenstein hat hier jährliche 554 Euro pro Raiffeisen-Mitarbeiter ausgerechnet.

Das ist nur eines von vielen Ergebnissen, die Helmensteins Economica-Institut für den "Humanvermögensbericht" der Raiffeisen-Bankengruppe (BRG) herausgefunden hat. Besonders in Branchen, die dienstleistungsorientiert sind und in denen es um Wissen geht, werden Mitarbeiter nicht nur als Kostenfaktor, sondern zunehmend als wichtiges "Vermögen" gesehen, das es zu pflegen gilt. So gibt Raiffeisen für die betriebliche Gesundheitsförderung mehr als 140 Euro pro Kopf und Jahr aus – um fast 50 Euro mehr als im Österreich-Durchschnitt.

An beruflicher Weiterbildung pro Mitarbeiter fielen in der BRG im Vorjahr 25,4 Stunden an. Der bundesweite Durchschnitt machte nur zehn Stunden aus. Auch bei Mitarbeitern mit Fachhochschul- oder Uni-Abschluss schneidet Raiffeisen im Vergleich überdurchschnittlich ab. Und: 40 Prozent aller Bank-Lehrlinge werden bei Raiffeisen ausgebildet.

Produktiv

All diese Zahlen klingen fein, machen aber nur Sinn, wenn die Bank damit auch leben kann und auf die Zukunft vorbereitet ist. "Erfolg und Nachhaltigkeit sind kein Zufall", sagt Ökonom Helmenstein. Raiffeisen-Generalanwalt Walter Rothensteiner darf sich darüber freuen, dass seine Mitarbeiter sehr produktiv sind. Ihre Produktivität ist um 17 Prozent höher als im Branchendurchschnitt.

Wie die Konkurrenz wird aber auch Raiffeisen das Filialnetz lichten müssen. Die Pendlerzeiten der Mitarbeiter werden wohl länger werden. "Ja, ein bisserl wird’s sein, aber bei der Konkurrenz wird’s noch mehr", sagt Rothensteiner. Mit Bussen, wie derzeit in der Region Leoben-Bruck, könnte Raiffeisen künftig vermehrt mit Bankdienstleistungen vorfahren. Wenn die Kosten passen.

Fragen über den künftigen Raiffeisen-Boss will er nicht beantworten. "Wir haben genug Humanvermögen, um das Problem zu lösen."