Neuwagen wurden im September empfindlich teurer.

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Wirtschaft
01/14/2019

Normverbrauchsabgabe seit September um 51 Prozent gestiegen

Konsumentenschutzverein VSV fordert Finanzministerium zum Handeln auf.

Die Normverbrauchsabgabe, genannt NoVA, ist in Österreich beim Kauf eines Neuwagens zu bezahlen – ein Unikum in ganz Europa. Sie hängt von den CO2-Emissionen des Fahrzeugs ab. Diese sind seit 1. September 2018 durch den Umstieg auf einen neuen, realitätsnäheren Prüfzyklus für neue Modelle gestiegen, der in Reaktion auf den VW Abgasskandal europaweit vorgezogen worden war.

In Österreich hatten der frühere und der aktuelle Finanzminister (beide ÖVP)  Autofahrerorganisationen zugesagt, für die Berechnung der NoVA bis 2020 noch die alten Messwerte herzunehmen, die einen viel niedrigeren CO2-Ausstoß und damit weniger NoVA ergeben. Bis zum Früh-Sommer 2018 ging die Branche auch davon aus, dass es wegen dieses Umstiegs zu keiner NoVA-Erhöhung kommen wird. Plötzlich konnten Branchenvertreter eine höhere NoVA doch nicht mehr ausschließen, weil das Umrechnungs-Tool vom neuen auf den alten Wert doch zu Erhöhungen führte.

So hoch wie Großglockner

Noch im Sommer wurde diese umstellungsbedingte Erhöhung in der Branche auf  etwa 20 Prozent eingeschätzt. Daraus wurden nun laut Berechnungen des Konsumentenschutzvereins VSV durchschnittlich 51 Prozent. „Statt auf den Sonntagberg ist die NoVA auf den Großglockner geklettert“, zieht VSV-Expertin Lydia Ninz einen Vergleich. 

Schon bei gängigen VW-Modellen sind die Anstiege gewaltig. Bei einem Golf Comfortline TDI (26.000 Euro Listenpreis, 129g  Co2-Emission) von 688 auf 1728 Euro (plus 151 Prozent), bei einem Tiguan Sky TDI (Listenpreis 40.000 Euro, 169g ) beträgt die Steigerung 140 Prozent, von 2500 auf 6020 Euro.

Der VSV fordert genaue Aufklärung, wie es zu dieser massiven Steuererhöhung gekommen ist. Einen derartigen Sprung könne man wohl nicht komplett drauf zurückführen, dass nur die ganz großen Spritfresser gekauft wurden. Vermutlich spiele das Umrechnungs-Tool für Autos früherer Baujahre eine Rolle, die seit September neu zugelassen wurden. "Am tatsächlichen CO2-Ausstoß dieser Autos hat sich zwischen dem 31. August und 1. September rein gar nichts geändert“, kritisiert Ninz.