"Nord- und Süd-Euro" statt Transferunion

Hans-Olaf Henkel: Die Trennung in zwei Währungszonen kostet die "Nordeuro-Zone" weniger als eine dauernde Transferunion.
Foto: apa

Der ehemalige Chef der deutschen Industriellen-Vereinigung prescht mit einem kontroversiellen Vorschlag vor.

Der bekannte deutsche Buchautor, Ex-Industriellen-Chef und unermüdliche Verteidiger der Marktwirtschaft Hans Olaf Henkel schlägt eine kontroversiell diskutierte Lösung zur dauerhaften Rettung des Euro vor. Vor der Presse in Berlin detaillierte er sein Konzept einer Aufspaltung der Euro-Zone: Deutschland, Österreich, die Niederlande, Finnland sollten eine Zone mit einem "Nordeuro" ("Arbeitstitel") bilden, die anderen einen "Südeuro" bekommen.

Dies würde die Spannungen aus den unterschiedlichen Mentalitäten in der jetzigen Einheitswährung verringern, weil die weniger disziplinierten Länder "von Griechenland bis Frankreich" leichter abwerten könnten. Das sei ihre einzige realistische Chance, jemals wettbewerbsfähig zu werden und ihre Schuldenberge abzutragen. Durch die Beibehaltung eines Währungsverbundes würde auch kein Land ins Chaos stürzen, wie das bei einer Zahlungsunfähigkeit zum Beispiel für Griechenland allein der Fall wäre.

"Wenn es möglich war, aus 17 Währungen eine zu machen, sollte es auch möglich sein, aus einer zwei zu machen", so Henkel. Sein Vorschlag zwinge auch die Länder, nur mehr ihre eigenen Banken zu retten, denn bisher sei die "Euro-Rettung" vor allem eine der französischen, italienischen und griechischen Banken.

Auf die Länder der Nordeurozone käme zwar durch die Aufwertung erhöhter Wettbewerbsdruck zu, dies sei aber, wie die Schweiz zeige, leichter zu bewältigen als eine dauernde Transferunion. Die sei teurer als die Kosten der Trennung.

(kurier / Reinhard Frauscher, Berlin) Erstellt am
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